„Nach dem Tod bleibt die Liebe“ – Neue Trauerkarte unterstützt Menschen mit Behinderung im Umgang mit Verlust
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Die neuen Trauerkarten sind erhältlich
- im Pfarrbüro Heinsberg,
- in der Lebenshilfe Heinsberg in Oberbruch,
- im Café Samocca
- oder auf Anfrage direkt bei Peter Derichs (E-Mail: peter.derichs@bistum-aachen.de)
Bewegender Allerseelengottesdienst im Selfkantdom
Bewohnerinnen und Bewohner der Wohnstätte Birgden gestalten Vorstellung der neuen Trauerkarte aktiv mit
Bewohnerinnen und Bewohner der Wohnstätte Birgden gestalten Vorstellung der neuen Trauerkarte aktiv mit
Ein besonders bewegender Moment war der Allerseelengottesdienst am Sonntag, 2. November, im Selfkantdom in Heinsberg, bei dem die neue Trauerkarte „Nach dem Tod bleibt die Liebe“ erstmals vorgestellt wurde.
Der Gottesdienst wurde von Diakon Peter Derichs gemeinsam mit Bewohnerinnen und Bewohnern der Wohnstätte Birgden der Lebenshilfe Heinsberg gestaltet. Mit großem Engagement übernahmen sie die Lesung, die Fürbitten und präsentierten die neue Trauerkarte, die in gemeinsamer Arbeit mit der Lebenshilfe entstanden ist.
Die Messe stand ganz im Zeichen von Erinnerung, Liebe und gelebter Inklusion. Besonders berührend war die Gabenbereitung: Alle Besucherinnen und Besucher waren eingeladen, ein Licht für einen verstorbenen Menschen zum Altar zu bringen. Auf kleinen Kärtchen hatten sie zuvor den Namen des geliebten Menschen notiert – ein stilles und zugleich verbindendes Zeichen der Hoffnung und des Gedenkens.
Zum Abschluss der Messe erhielten alle Teilnehmenden einen kleinen Gedenkstein aus Marmor, der als Symbol für die bleibende Liebe und Erinnerung mit nach Hause genommen oder an ein Grab gelegt werden konnte.
Der Gottesdienst zeigte eindrucksvoll, wie Trauer, Gemeinschaft und Glaube miteinander verbunden sind – und wie Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam Wege finden, Abschied zu gestalten und Trost zu erfahren.
Bereits vor zehn Jahren veröffentlichte Diakon Peter Derichs, damals Behindertenseelsorger in der Region Heinsberg, das Buch „Nach dem Tod bleibt die Liebe“. Darin zeigt er Wege auf, wie Menschen mit Behinderung beim Trauern begleitet werden können. Nun hat er gemeinsam mit der Lebenshilfe Heinsberg eine dazu passende, großformatige und zweifach faltbare Trauerkarte entwickelt – mit demselben Titel wie das Buch.
Am Sonntag, 2. November, um 11 Uhr stellt Peter Derichs die neue Karte im Rahmen eines Gottesdienstes zu Allerseelen im Selfkantdom Heinsberg vor. Zelebrant ist Propst Markus Bruns. Unterstützt wird Derichs dabei von Bewohnerinnen und Bewohnern der Wohnstätte Birgden der Lebenshilfe.
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Schon bei der ersten Vorstellung der Karte war die Begeisterung groß. „Wie das Buch soll auch die Karte Mut machen zu trauern“, erklärt Peter Derichs den Mitgliedern des Arbeitskreises Religion, der von Elke Pelzer geleitet wird. Er zitiert dabei die Trauerbegleiterin Chris Paul, deren Worte ihn inspirierten: „Trauern ist die Lösung, nicht das Problem.“
In einfacher Sprache beschreibt die Karte, was Sterben, Tod und Trauer bedeuten. Sie macht deutlich, dass es kein „richtig“ oder „falsch“ im Trauern gibt:
„Trauer darf so sein, wie du sie fühlst.“
Sie lädt dazu ein, eigene Wege des Erinnerns zu finden. Unter der Überschrift „Erinnerung ist Liebe und Leben“ werden verschiedene Möglichkeiten genannt – vom Aufstellen eines Fotos bis hin zum Besuch am Grab. Besonders beliebt ist die große, freie Seite in der Kartenmitte, die jede und jeder selbst gestalten kann, etwa mit einem Foto oder einem gemalten Bild. Begleitet wird sie von den Worten: „Die Liebe ist stärker als der Tod.“
Die Initiative stößt in der Wohnstätte auf viel Zustimmung. „Dass ein Mensch tot ist, sich nicht mehr bewegt, nicht mehr spricht, ist gerade für Menschen mit Behinderung schwer zu verstehen“, berichtet Uwe Pelzer, Leiter der Wohnstätte Birgden. Deshalb sei es wichtig, Trauer erfahrbar zu machen – etwa durch das Abschiednehmen am offenen Sarg oder durch das Hineinlegen kleiner Erinnerungsstücke.
Auch die Tradition der regelmäßigen Grabbesuche und einer Erinnerungswand mit Fotos der verstorbenen Mitbewohnerinnen und Mitbewohner ist fester Bestandteil des Lebens in der Wohnstätte. „Wenn über sie gesprochen wird, wird oft gelacht – Erinnern darf auch Freude enthalten“, sagt Peter Derichs.
Doch nicht nur beim Abschied von Mitbewohnerinnen und Mitbewohnern ist Trauerbegleitung wichtig. Oft betrifft der Verlust auch Angehörige. „Viele Menschen mit Behinderung können an Trauerfeiern von Familienmitgliedern gar nicht teilnehmen“, weiß Derichs. Besonders bewegt berichtet er von einem Bewohner, dessen Großvater auf See bestattet wurde. Gemeinsam fanden sie eine eigene Form des Abschieds: Sie schrieben dem Opa einen Brief, falteten daraus kleine Boote und setzten sie auf einen Fluss – „Denn alle Flüsse enden im Meer, beim Opa.“










