60 Jahre – und bereit für den nächsten Schritt
Anlässlich unseres 60-jährigen Bestehens haben wir am 29. Januar 2026 – dem Gründungstag unseres Vereins – ein deutliches Zeichen für die Zukunft gesetzt. Im Rahmen einer Jubiläumsveranstaltung haben wir unseren Mitgliedern erstmals das neue multifunktionale Bildungs- und Begegnungshaus an der Parkstraße 26 in Heinsberg-Oberbruch vorgestellt.
Rund 200 geladene Gäste nahmen an der Feier teil, bei der wir nicht nur auf sechs Jahrzehnte gemeinsamer Arbeit zurückgeblickt haben. „Wir wollen heute nicht nur zurückschauen, sondern vor allem einen Blick in die nahe Zukunft werfen“, betonte unser Aufsichtsratsvorsitzender Klaus Meier in seiner Begrüßung. „Dieses Gebäude steht sinnbildlich für unsere kontinuierliche Weiterentwicklung und unser langjähriges Engagement für Teilhabe, Förderung und Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderung.“
Ein neuer zentraler Ort für Bildung, Förderung und Begegnung
Das neue Gebäude ist die logische Weiterentwicklung und räumliche Ergänzung unseres Lebenshilfe Centers an der Richard-Wagner-Straße, das vor zehn Jahren als zentrale Anlaufstelle für unsere damals neu aufgebauten ambulanten Dienste eröffnet wurde. Durch die stetig wachsende Zahl an Angeboten und Klientinnen und Klienten wurde zusätzlicher Raum notwendig. Beide Standorte liegen fußläufig zueinander und bilden künftig gemeinsam ein zusammenhängendes Zentrum für Bildung, Förderung, Beratung und Begegnung.
Im Erdgeschoss ist unser Berufsbildungsbereich angesiedelt, in dem derzeit rund 70 Teilnehmende auf ihre Tätigkeit in den Werkstätten vorbereitet werden. Über einen Zeitraum von etwa zwei Jahren fördern wir hier unter anderem Kulturtechniken, Mobilität, Material- und Werkstofferfahrung sowie praktische Kompetenzen durch Einsätze in unterschiedlichen Arbeitsbereichen.
Angebote für alle Lebensphasen
In der ersten Etage entsteht ein weiterer Seniorentreff, der zunächst zwölf ehemalige Werkstattmitarbeitende begleitet. Unser Ziel ist es, Tagesstruktur, Förderung und soziale Kontakte auch im Rentenalter zu erhalten. Die unmittelbare Nähe zu den Werkstätten ermöglicht es, vertraute Sozialräume zu bewahren und weiterhin am Werkstattalltag teilzuhaben.
Ebenfalls auf dieser Etage befinden sich die neuen Förder- und Beratungsräume unserer Schulassistenz. Rund 100 Mitarbeitende begleiten Kinder und Jugendliche an zahlreichen Kitas und Regelschulen im Kreis Heinsberg und finden hier künftig verbesserte Arbeits- und Austauschmöglichkeiten.
In den oberen Etagen entstehen neue Räumlichkeiten für unsere Therapiepraxis mit Logo- und Ergotherapie, für die Sonderpädagogische Familienhilfe (SPFH) sowie erstmals für den Dienst „Unterstützte Kommunikation“. Der Aufbau dieses noch jungen Angebots wird in den kommenden fünf Jahren gefördert. Damit schaffen wir die fachlichen und räumlichen Voraussetzungen, um ein einrichtungsübergreifendes Förderkonzept für Menschen zu etablieren, die sich verbal nicht oder nur eingeschränkt ausdrücken können.
Ein weiterer zentraler Baustein des Hauses ist unser Kompetenzzentrum Autismus-Spektrum-Störung (KompASS). Aktuell begleiten wir hier mehr als 110 Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Die neuen Räumlichkeiten ermöglichen es uns, Einzel- und Gruppenangebote auszubauen und an einem Ort zu bündeln.
Raum für Fortbildung und Qualität
Ergänzt wird das Gebäude durch vier Schulungsräume, die einrichtungsübergreifend genutzt werden. Mit über 1.200 Mitarbeitenden und einem stetig wachsenden Fortbildungsangebot schaffen wir hier einen wichtigen Baustein für Qualität, Fachlichkeit und kontinuierliche Weiterentwicklung.
Nachhaltig geplant und gefördert
Auch architektonisch und energetisch setzt unser neues Gebäude Maßstäbe. Architekt Josef Viethen erläuterte den Gästen bei der symbolischen Schlüsselübergabe die Besonderheiten des Neubaus. Auf rund 2.000 Quadratmetern Nettofläche entstand ein modernes Gebäude mit Wärmepumpe, Photovoltaikanlage, Wärmerückgewinnung sowie extensiven Gründachflächen.
Der Bau des Gebäudes wird durch die Aktion Mensch gefördert. Für diese Unterstützung, die die Umsetzung dieses zukunftsorientierten Projekts maßgeblich ermöglicht hat, bedanken wir uns herzlich.
Wir begleiten rund 2.500 Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit Behinderung an etwa 50 Standorten im Kreis Heinsberg. Mehr als 1.200 Fachkräfte – darunter Pädagoginnen und Pädagogen, Therapeutinnen und Therapeuten, medizinisches Fachpersonal, Handwerker sowie Verwaltungsmitarbeitende – engagieren sich täglich für individuelle Förderung, Teilhabe und Selbstbestimmung.