Alexander Schiffer lebt seit elf Jahren in der Lebenshilfe-Wohnstätte in Birgden. Hier hat er Nachbarn und Freunde gefunden und liebt das Fußballtraining beim Dorfclub. „Wir leben gerne in Birgden“ sagen er und seine Mitbewohner und laden aus diesem Grund zum verkaufsoffenen Sonntag am 12. November von 13 bis 18 Uhr zum Kaffeeklatsch ein.
Es war eine aufregende Zeit, als er sich mit 18 Jahren für eine Wohnung in der Lebenshilfe-Einrichtung in Birgden entschied. „Ich wollte eben alleine leben“, sagt Alexander Schiffer. Alles war damals neu, erinnert er sich, er kannte weder das Dorf noch die Mitbewohner. Aber schon nach kurzer Zeit fühlte er sich wie zu Hause. Wie in einer großen Familie lebt es sich in der Wohnstätte, in der 24 Menschen mit Behinderung und hohem Unterstützungsbedarf leben. Mittlerweile ist Alexander Schiffer Bewohnersprecher im Nutzer-Beirat des Hauses. Er kümmert sich nicht nur um die Sorgen und Wünsche seiner Mitbewohner, er plant auch Urlaubs- und Freizeitaktivitäten des Hauses oder organisiert die jährliche Teilnahme beim Karnevalsumzug in Birgden mit.


„Wir sind hier in Birgden fest integriert“ sagt Leiterin Ute Seifert, die seit Eröffnung der Wohnstätte 1986 in Birgden arbeitet. Die Hausbewohner schätzen die nette Nachbarschaft, die gute Infrastruktur und die vielfältigen Einkaufsmöglichkeiten. „Vor allem zeichnet Birgden aber das lebendige und inklusive Vereinsleben aus“, betont Ute Seifert. Im vergangenen Sommer organisierte die Birgdener Schützenbruderschaft gemeinsam mit der Lebenshilfe Heinsberg zum zweiten Mal den kölschen Abend „Jeck fürn guten Zweck“ auf dem Festzelt am Großen Pley. Rund 800 Menschen mit und ohne Behinderung feierten gemeinsam bis tief in die Nacht. „Das war ganz schön anstrengend“, erinnert sich Alexander Schiffer mit einem Lächeln zurück an das Schützenfest, gleich am nächsten Tag zog er beim großen Umzug der Bruderschaft mit auf. „Das Dorf war voll mit Menschen!“
In Birgden fühlt sich Alexander Schiffer zu Hause. Der 29-Jährige hat die Wände seines Zimmers in Borussia-Grün gestrichen, über seinem Bett hängt die Mönchengladbacher Bundesliga-Mannschaft groß eingerahmt. Sein Herz schlägt für den Fußball. Alle Ergebnisse der Bundesliga sind fein säuberlich notiert, wer ein Spiel nicht mitbekommen hat muss nur Alexander nachfragen.  Natürlich kickt der heute 29-Jährige auch selbst gerne den Ball. Nach Feierabend in der Werkstatt für behinderte Menschen in Oberbruch geht’s zweimal in der Woche zum Fußball-Training beim SVG Birgden-Langbroich-Schierwaldenrath.
„Wir leben gerne hier in Birgden“ sagt Alexander Schiffer. Mit seinen Mitbewohnern lädt er zum „Kaffeeklatsch“ beim verkaufsoffenen Sonntag am 12. November in der Zeit von 13 bis 18 Uhr in die Wohnstätte an der Bahnhofstraße 127 ein. „Wir wollen die Birgdener Gäste mit Kuchen aus der Lebenshilfe-Konditorei und frisch geröstetem Samocca-Café verwöhnen!“. Bei Interesse führen Alexander Schiffer und einige Mitbewohner die Gäste auch durchs Haus. Gegen 16 Uhr lädt Ehrenbürgermeister Heinrich Aretz gleich nebenan zur Besichtigung des neuen Bahnhofs-Hauses neben der Wohnstätte ein und wird im Anschluss bei Kaffee und Kuchen in der Wohnstätte über die alten Zeiten an der Bahnhofstraße berichten.