v. l.n.r.: Jana Vincentz, , Heike Heinze, Annemarie Vaßen, Alfred Schachtzabel und Ellen Büsch sind begeistert von den Arbeiten von Rob Waterval (Mitte)

Koningsdag: Bunte Welten aus „Ut Glaashoes“ im Café Samocca in Heinsberg

„So möchte ich auch mal arbeiten können!“. Alfred Schachtzabel ist ebenso wie seine Begleiter ganz begeistert. „Jeden Tag zu malen, das wäre ein Traum.“ Der Mitarbeiter aus der Lebenshilfe-Werkstatt für behinderte Menschen in Heinsberg ist mit seinen Kolleginnen Heike Heinze und Annemarie Vaßen sowie den Betreuerinnen Jana Vincentz und Ellen Büsch angereist, um Arbeiten aus dem Atelier „Ut Glashoes“ in Maastricht für eine Ausstellung im Café Samocca in Heinsberg, in den Schaufenstern umliegender Geschäfte sowie im Lebenshilfe-Center in Oberbruch auszuwählen. „Bei den vielen tollen Bildern und Objekten fällt die Auswahl wirklich schwer“, da sind sich alle einig. „Ut Glashoes“, das sind eine Galerie und eine Ateliergemeinschaft von und mit Künstlern mit Behinderung in Maastricht. Bereits seit 1996 existiert dieses Projekt der niederländischen Behindertenorganisation „Radar“. Seit 2004 befinden sich die Arbeits- und Ausstellungsräume im „Ut Glashoes“ im Zentrum von Maastricht. Betreut von mehreren fest angestellten Künstlern und Ehrenamtlern sind hier insgesamt 30 Künstler kreativ tätig. Geert Savelberg ist einer davon und glücklich, dort regelmäßig arbeiten zu können. Seit 2007 reist der Autist dreimal in der Woche an, um seine detailverliebten Bilderwelten auf Leinwand zu bannen: „Ich sehe meinen Autismus als eine Gabe an. Ich muss nur einmal etwas sehen, dann habe ich es in meinem Kopf gespeichert und kann es in meinen Bildern verarbeiten.“ Vom 27. April bis zum 11. Juni sind seine Arbeiten und die seiner Kollegen und Kolleginnen im Café Samocca in Heinsberg (Öffnungszeiten Di-So 9-18 Uhr), Hochstraße 19, zu bewundern. Eröffnet wird die Ausstellung am niederländischen Koningsdag, 27. April, um 12 Uhr. In Zusammenarbeit mit dem Stadtmarketing und dem Gewerbe- und Verkehrsverein Heinsberg sind in den Schaufenstern einiger umliegender Geschäfte weitere Arbeiten zu sehen. Zahlreiche weitere der farbenfrohen und phantasievollen Werke sind im selben Zeitraum auch im Lebenshilfe-Center in Oberbruch (Mo-Fr. 10-15Uhr) ausgestellt.

Detailverliebt: Erzählt in seinen Bildern Geschichten von gestern und heute: Geert Savelberg bei der Arbeit.

Das 5-jährige Bestehen feierten die Mitglieder des Lokalen Teilhabekreises Erkelenz bei Kaffee und Kuchen im Klostercafé von Haus Hohenbusch. In entspannter und gemütlicher Atmosphäre ließen die Mitglieder des Lokalen Teilhabekreises Erkelenz die Ereignisse und Tätigkeiten der letzten 5 Jahre Revue passieren. Dazu zählen u. A. der intensive Austausch mit dem Ordnungsamt der Stadt Erkelenz und der Kultur GmbH zur Schaffung von mehr Barrierefreiheit bei Kirmes und Lambertusmarkt. Beim letzten gemeinsamem Projekt der Lokalen Teilhabekreise im Kreis Heinsberg wurden auch in Erkelenz Geschäfte, Restaurants und Arztpraxen, bei denen Menschen mit Behinderung willkommen sind im Rahmen der Aktion „Wir sind dabei“ der Lokalen Teilhabekreise im Kreis Heinsberg ausgezeichnet. Außerdem beteiligte sich der Lokale Teilhabekreis Erkelenz am Weihnachtsmarkt und Niederrheinischen Radwandertag mit Informationsständen. Im Lokalen Teilhabekreis Erkelenz engagieren sich Menschen mit und ohne Behinderung für mehr Teilhabemöglichkeiten in Erkelenz. Zum nächsten Treffen am Dienstag, 11.7. 2017 ab 18:15 Uhr bei ViaNobis, Krefelder Str. 52 sind herzlich alle interessierten Bürgerinnen und Bürger eingeladen. Mehr Informationen gibt es bei: Denise Lison/Koordinierungs-, Kontakt- und Beratungsstelle (KoKoBe) Kreis Heinsberg unter 02452 – 1557105 oder beim Caritasverband f. d. Region Heinsberg e.V. unter 02452 – 91920.

Verstehen sich gut und machen viel gemeinsam - Daniel mit seinem Zwillingsbruder Sebastian

Daniel Krings ist stolz aufs Seepferdchen

Geschafft! Stolz zeigt Daniel Krings sein Schwimmabzeichen. „Am Anfang hatte ich trotz der Schwimmflügel schon Angst ins Wasser zu gehen. Aber dann habe ich mich immer mehr getraut, und jetzt brauche ich die Schwimmflügel nicht mehr“, berichtet er. Daniel Krings ist 35 Jahre alt und einer von etwa 50 000 Menschen mit Down Syndrom in Deutschland. Der Fan von Bayern München lebt gemeinsam mit seiner Mutter in Wassenberg und arbeitet seit 2001 in einer manuellen Gruppe der Werkstatt für behinderte Menschen der Lebenshilfe Heinsberg. Vorher besuchte er die Rurtalschule in Oberbruch. Dort arbeitet sein Zwillingsbruder Sebastian als Lehrer. Die beiden haben ein sehr enges Verhältnis und treffen sich regelmäßig. Dann nimmt Sebastian seinen Bruder Daniel mit zum Kegelabend oder sie machen einen Spaziergang mit den Hunden, die zum Haushalt gehören. „Schlagermusik und Schwimmen sind meine Hobbies!“ sagt Daniel, der sich zu Beginn des Jahres nach einiger Trainingszeit fit genug fühlte, das Seepferdchen zu machen. Das hat er in der Werkstatt für behinderte Menschen absolviert. Denn neben der beruflichen Förderung ist die individuelle Persönlichkeitsförderung Schwerpunkt der Arbeit in der Lebenshilfe. Sportlehrerin Anke Schmitz bietet vielfältige Sportangebote und auch Schwimmunterricht an. Einmal in der Woche nimmt Daniel Krings am Schwimmkurs im Hallenbad Heinsberg oder in den Sommermonaten im Freibad in Kirchhoven teil. „Für das Seepferdchen-Abzeichen musste ich vom Beckenrand ins Wasser springen, eine Bahn schwimmen und einen Ring aus schultertiefem Wasser heraufholen.“ Das hat er geschafft und nicht nur Anke Schmitz war stolz auf ihn, wie sich Daniel erinnert: „Alle haben geklatscht und mich umarmt, auch der Bademeister!“ Vom Erfolg angetrieben, will er nun weitermachen und als nächstes das Jugendschwimmerabzeichen in Bronze auch noch schaffen. Als Down-Syndrom (benannt nach John Langdon-Down, engl. Facharzt für Neurologie) wird eine Genmutation bezeichnet, bei der das 21.Chromosom dreifach vorliegt. Man nennt dieses Syndrom daher auch Trisomie 21. Menschen mit Down-Syndrom weisen in der Regel typische körperliche Merkmale auf und sind in ihren kognitiven Fähigkeiten meist beeinträchtigt. Weltweit leben nach Schätzungen etwa 5 Millionen Menschen mit Trisomie 21. Der Welt-Down-Syndrom-Tag wurde 2006 von den Organisationen European Downsyndrome Association (EDSA) und Downsyndrome International (DSI) eingeführt.

Tolle Arbeiten von Künstlern mit Behinderung aus dem Atelier "Ut Glaashoes" in Maastricht sind ab dem 27.4.2017 im Café Samocca und in den Schaufenstern anliegender Geschäfte in Heinsberg zu bewundern. Die Eröffnung im Café Samocca findet statt im Rahmen des Koningsdags am 27.4.2017 um 12 Uhr unter dem Motto "Oranje City Heinsberg"