In der Chronik haben wir die wichtigsten Stationen unserer Vereinsentwicklung zusammen gefasst. Wenn Sie Zeitzeuge unserer Vereinsgeschichte sind und altes Bild- oder Tonmaterial aus den Anfangsjahren besitzen, dann kontaktieren Sie uns: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!. Gerne digitalisieren wir Ihr Material und veröffentlichen es auf dieser Seite.

1968: Helga Hänsel, Physiotherapeutin und erste Angestellte der Lebenshilfe Heinsberg

 

"Geschichte besteht aus vielen kleinen Geschichten"

1966, vor 50 Jahren: Die junge Elterngeneration der Nachkriegszeit wollte erste Therapie- und Fördermaßnahmen für ihre Kinder mit körperlicher oder geistiger Behinderung realisieren. Denn Unterstützungs- oder Förderangebote gab es damals in unserer Region nicht. "Unsere Kinder wurden aufgrund ihrer Behinderung vom Unterricht befreit", erinnert sich Jürgen Rosenthal zurück. "Das wollten wir nicht hinnehmen. Unsere Kinder brauchten angemessene Förder- und Bildungsangebote!"

Wer sind diese Menschen, die sich für die Lebenshilfe Heinsberg engagieren? Was bewegt sie dazu, sich für die Gemeinschaft stark zu machen?

Wir sind diesen Fragen nachgegangen und haben ein Jahr lang Menschen besucht und interviewt, die die Geschichte der Lebenshilfe mittragen. Entstanden ist ein Buch mit 50 Geschichten von weit mehr als 50 Menschen aus unserer Region.

Ob Menschen mit Behinderung, ob ehemaliger Zivi oder Bürgermeister - Eindrücke und Erlebnisse von Menschen, die in 50 Jahren die Lebenshilfe Heinsberg mitgestaltet haben, fügen sich zu einem bunten Bild lebendiger Vereinsgeschichte zusammen. "Geschichte besteht aus vielen kleinen Geschichten", schreibt Ulla Schmidt, die Bundesvorsitzende der Lebenshilfe, über das Buch "50 Jahre - 50 Geschichten" der Lebenshilfe Heinsberg. Ab dem 29. Januar (2016), dem Gründungstag der Lebenshilfe Heinsberg, ist das Buch erhältlich, unter anderem in den Cafés der Lebenshilfe Heinsberg.

 

...so entstand die Lebenshilfe Heinsberg

29. Januar 1966: Im Landkreis Erkelenz gründen Eltern den "Verein zur Förderung und Betreuung spastisch gelähmter und ähnlich körperbehinderter Kinder e.V., Landkreis Erkelenz". Der Verein eröffnet ein Jahr später eine ambulante Krankengymnastik. Die Physiotherapeutin Helga Hänsel wird erste Angestellte der Erkelenzer Solidargemeinschaft. Sie entwickelt therapeutische Förderangebote für Kinder mit körperlicher Behinderung und besucht die Familien vor Ort.

Zur gleichen Zeit gründen Eltern und Angehörige von Menschen mit geistiger Behinderung in Waldfeucht den Verein "Lebenshilfe für das geistig behinderte Kind e.V., Kreisvereinigung Geilenkirchen-Heinsberg". Der Verein eröffnet 1967 in Oberbruch eine Tagesbildungsstätte für Kinder und Jugendliche mit Behinderung.

1969 machen sich die beiden Solidargemeinschaften stark für Arbeitsplätze und Förderangebote für Menschen mit körperlicher/ geistiger Behinderung. Der Bedarf strukturierter Tagesförder- und Beschäftigungsangebote für erwachsene Menschen ist so groß, dass die beiden Vereine den Bau einer Werkstatt für behinderte Menschen beschließen. Gemeinsam gründen sie den Verein "Werkstatt für Behinderte e.V."

1974 wird der erste Werkstattbetrieb in Heinsberg-Oberbruch eröffnet. 120 Menschen mit Behinderung erhalten einen Arbeitsplatz.

1975 lösen sich die bestehenden Vereine auf und fusionieren zum Verein "Lebenshilfe für Behinderte e.V., Verein zur Förderung und Betreuung körperlich und geistig Behinderter". In Zukunft möchte man die Förderung von Menschen mit Behinderung im Kreisgebiet Heinsberg gemeinsam gestalten.