„Wer hätte vor 40 oder auch noch vor 25 Jahren gedacht, dass die Jubilarfeiern der Lebenshilfe Heinsberg einmal hier im wunderschönen Lebenshilfe-Café Samocca stattfinden würden“, begrüßte Vorstandsmitglied Heinz-Willi Jansen die Anwesenden, und Edgar Johnen, Geschäftsführer der Lebenshilfe Heinsberg ergänzte: „Vor 40 Jahren beschäftigten wir gerade mal 120 Mitarbeiter. Vor 25 Jahren waren es 360 Mitarbeiter. Und heute sind es beinahe 1200.Zu dieser rasanten Entwicklung haben auch Sie durch ihre Mitarbeit maßgeblich beigetragen.“ Vor einem festlichen Menu mit Pfifferling-Cremesuppe, Hähnchenbrust und Panna Cotta überreichten Heinz-Willi Jansen, Dirk Voß (Leiter Arbeit und Technik), Wolfgang Voßen (Leiter Pädagogik), die beiden Ehrenmitglieder Marianne Bückers und Heinz Schmitz sowie Vertreter des Eltern- und des Werkstattrates Urkunden, Anstecknadeln und Geschenke an die Jubilare. Geehrt wurden Marlis Bode, Elena Hanke, Heike Florack, Astrid Kraus, Doris Lindt, Annette Meyer für 25jährige Mitarbeit sowie Dorothea Caron, Wilfried Heithausen, Elisabeth Jakobs, Gerhard Koch, Karola Kunze, Wilfried Milder, Maria Höpfner und Willi Doppstadt für 40jährige Mitarbeit.

Es ging rein und raus in der Wohnstätte Birgden. Am verkaufsoffenen Sonntag besuchten zahlreiche Birgdener Bürger die Wohneinrichtung für Menschen mit Behinderung der Lebenshilfe Heinsberg an der Bahnhofstraße. Die Bewohnerinnen und Bewohner hatten zum Kaffeeklatsch eingeladen und versorgten die Gäste mit selbstgebackenem Kuchen sowie frisch geröstetem Samocca-Kaffee und boten Führungen durchs Gebäude an. Auch die Vorstands-Mitglieder der St. Urbanus-Schützenbruderschaft schauten vorbei und brachten zur Überraschung aller einen Scheck über 3000 Euro mit - der Erlös der Benefiz-Veranstaltung „Jeck fürn guten Zweck“ im Sommer auf dem Großen Pley. Gemeinsam mit den Bewohnerinnen und Bewohnern bedankte sich der Lebenshilfe-Vorsitzende Klaus Meier: „Diese Spende fließt jetzt in den Inklusions-Fond der Lebenshilfe Heinsberg, mit dem in Zukunft Freizeit und Bildungsmaßnahmen für Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf finanziert werden sollen!“

„Gesangsunterricht mit Schwester Bernadetta“ in den Lebenshilfe-Werkstätten

Die rund 250 Mitarbeiter der Lebenshilfe-Werkstätten im Werkstatt-Speisesaal Oberbruch schauten zunächst etwas irritiert und wähnten sich schon in der falschen Veranstaltung, als Tamara Peters als „Schwester Bernadetta“ in züchtiger Nonnentracht die Bühne betrat und „Lobe den Herren “ anstimmte. Diese Irritation sollte jedoch schnell purer Begeisterung weichen. Gemeinsam mit dem Pianisten Yuhao Guo als „Bruder Yuhao“ wirbelte die Sängerin beim ersten Gastspiel der Opernwerkstatt am Rhein in Heinsberg durch die Musikgeschichte. Regisseur und Intendant Sascha von Donat, dessen Schwester in den Lebenshilfe-Werkstätten arbeitet und seit vielen Jahren in der Wohnstätte Kirchhoven wohnt, hatte für die Show, mit der er deutschlandweit auf Tournee geht, diverse Gassenhauer zusammen getragen: Ob „Ein bisschen Frieden“, „Männer sind Schweine“ oder „Wer hat die Kokosnuss geklaut“ - „Schwester Bernadetta“ schaffte es mühelos, die Zuschauer zum Mitsingen zu animieren. Und als sie schließlich „Atemlos“ anstimmte, tobten die Zuschauer und das Stück musste als Zugabe wiederholt werden. Finanziert wurde die Kulturveranstaltung mit Unterstützung der Lebenshilfe Stiftung und der Kreissparkasse Heinsberg. Die Opernwerkstatt am Rhein hat bereits zahlreiche Produktionen unter anderem auch von und mit Menschen mit Behinderung inszeniert und arbeitet unter anderem mit dem Kölner Atelier KAT18 zusammen. Auf ihrer Homepage informiert die Opernwerkstatt über das aktuelle Programm: www.opernwerkstatt-am-rhein.de

 

Das „Café der Begegnung“ der Lebenshilfe Heinsberg an der Borsigstraße 86a in Heinsberg würde es wahrscheinlich ohne den Lions Club Selfkant nicht geben. Vor zehn Jahren, legten die Clubmitglieder den Grundstein für die berufliche Förderung von Menschen mit Behinderung im gastronomischen Bereich. Sach- und Geldleistungen im Gesamtwert von 120.000 Euro wurden 2007 in den Bau des ersten Lebenshilfe-Cafés investiert. Die Lions trafen sich heute, zehn Jahre später, im Cafè, um sich ein Bild von dessen Entwicklung zu machen. „Wir danken Ihnen sehr für Ihr Engagement“, begrüßte Lebenshilfe-Geschäftsführer Edgar Johnen die Gäste, „denn aus den überaus positiven, ersten Erfahrungen zu Beginn des Cafébetriebes 2007 haben wir in den folgenden Jahren vier weitere Cafés im Kreis Heinsberg eröffnet und beschäftigen mittlerweile 35 Mitarbeiter mit Behinderung!“ Klaus-Dieter Winter, Präsident der Lions Selfkant, zeigte sich beeindruckt von den beruflichen Fördermöglichkeiten und überreichte gemeinsam mit seinem Sekretär Tobias Rulle einen Scheck über 500 Euro an die Café- Mitarbeiter. Das Geld soll in den kommenden Monaten in die erstmalige Renovierung des Cafés der Begegnung fließen. Die Lebenshilfe Heinsberg bietet 1170 Menschen mit Behinderung im Kreis Heinsberg einen Arbeitsplatz und berufliche Fördermöglichkeiten in den Werkstattbetrieben und in den Cafés. Darüber hinaus fördert und begleitet die Lebenshilfe berufsintegrierte Arbeitsplätze auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt in verschiedenen Betrieben und Firmen in der Region. Mehr Infos im Internet: www.lebenshilfe-heinsberg.de

 Foto: Lebenshilfe NRW

Vorstand der Lebenshilfe-NRW (v.l.: Agi Palm; stellv. Vorsitzende, Doris Langenkamp, Ute Scherberich-Rodriguez; stellv. Vorsitzende, Uwe Schummer MdB; Landesvorsitzender, Thorsten Gall, Andrea Asch)

 

Die finanzielle Entlastung der Länder und Kommunen müssen für verbesserte Eingliederungshilfe genutzt werden. NRW-Sozialminister Laumann prüft bessere Ausschreibungen der Schulbegleitung. Willich / Hürth. 130 Delegierte der 76 nordrhein-westfälischen Lebenshilfen kamen am vergangenen Samstag ins niederrheinische Willich. Landesvorsitzender Uwe Schummer MdB und die Delegierten diskutieren offen, teilweise streitig die Umsetzung des Bundesteilhabegesetzes für NRW mit dem anwesenden NRW-Sozialminister Karl-Josef Laumann. „So gehören die Teilhabeleistung für Menschen mit Behinderung generell in die Zuständigkeit der Landschaftsverbände. Gemeinsam mit den Kommunen sollten sie Hilfe wie aus einer Hand organisieren. Wichtig ist uns auch, dass Menschen mit Behinderung in stationären Einrichtungen vollen Zugang zu allen Leistungen der Pflegeversicherung erhalten. Es gibt keinen Grund für die Pauschalisierung von 266 Euro zu Lasten der Restfinanzierung über die Eingliederungshilfe“, betonte Schummer. Beim Thema Arbeit forderte Schummer die Landespolitik auf, durchlässige Strukturen für Wahlfreiheit zu schaffen. „Werkstätten bleiben wichtig, ebenso ausgelagerte Arbeitsplätze, Integrationsfirmen und das neue Budget für Arbeit.“ Es wird zum 1. Januar 2018 bundesweit in Kraft treten. „Hier sollte das Land seine Möglichkeit nutzen, den Lohnkostenzuschuss und die Begleitung in die Betriebe auf den ersten Arbeitsmarkt anzuheben“, forderte Schummer. Schließlich würden die Länder bis 2018 um fünf Milliarden Euro vom Bund entlastet. „Wir erwarten, dass ein Teil dieser Finanzhilfe in eine verbesserte Eingliederungshilfe fließt.“ NRW-Minister wies auf das strenge Konnexitätsprinzip hin, das im Gesetzgebungsverfahren großes Gewicht habe. Bei der in NRW teilweise angewandten Praxis von Ausschreibung bei der Schulbegleitung, die oft kurzfristig befristet sind, sagte der Minister zu, dies zu prüfen. auch er betonte, dass Qualität und Kindeswohl nicht auf der Strecke bleiben dürfen, entscheidend muss immer die Qualität sein.