So viele verschiedene Trommeln hatten die Bewohner der Wohnstätte Scherpenseel wohl noch nie auf einem Haufen gesehen. Trommlerin Fatima Deckers hatte für jeden ein Instrument mitgebracht. Alle zusammen bildeten einen Kreis und los gings: Jeder probierte erstmal sein Instrument aus, bevor Fatima einen Takt vorgab und das Lied „Bruder Jakob“ anstimmte. Anfangs waren einige noch ein wenig unsicher, aber das änderte sich schnell. Die lockere und entspannte Art von Fatima Deckers führte schließlich dazu, dass alle begeistert mitmachten. Eineinhalb Stunden lang wurde gemeinsam musiziert, gelacht, gesungen und getanzt. Die Instrumente wurden ab und zu gewechselt ebenso wie die Kleidung, denn Fatima hatte afrikanische Gewänder und Schmuckstücke mitgebracht, die die Bewohner anprobieren durften. Die Stimmung war prächtig und ausgelassen, und alle Teilnehmer waren sich einig: „Das können wir ruhig noch einmal wiederholen.“

 

Viele Kinder der Triangel-Kita in Geilenkirchen waren in die Erholungsmaßnahme nach Holland gefahren. Aber nicht alle Kindergarten-Kinder konnten oder wollten mitfahren. Im Außenbereich der Kita streunen die einen herum, andere bemalen eine große Leinwand, und wieder andere lassen sich von einer Erzieherin fantasievoll schminken. Für diese „Hierbleiber“, wie Logopädin Hester Moonen sie nennt, hat sie sich was ganz besonderes ausgedacht: Eineinhalb Wochen lang verwandelt sich die Kita zum Eric Carle-Land. Die Bücher des berühmten Kinderbuchautors Eric Carle, dessen „Die kleine Raupe Nimmersatt“ wahrscheinlich fast jedes Kind kennt (und auch die meisten Erwachsenen), stehen nun im Mittelpunkt. „Ich mag die Bücher von Eric Carle sehr. Für mich ist er einer der besten Kinderbuchautoren überhaupt. Aber die meisten Menschen kennen nur die „Raupe Nimmersatt“. dabei hat er über 50 Bücher geschrieben und gestaltet“, so Hester Moonen. Da war es kein Problem, zu den verschiedenen Bildungsbereichen der Kita wie Kommunikation und Sprachentwicklung, Motorik, Kunst und Kreativität, Denken oder Lernen, Spiele und Aktionen zu entwickeln, die auf Motiven Carles beruhen. So zum Beispiel beim Bildungsbereich „Wahrnehmung“ steht das Buch „Die kleine Spinne spinnt und schweigt“ im Zentrum der Aktivitäten. Bei diesem Tastbilderbuch ist unter anderem das Spinnennetz fühlbar und sinnlich erfahrbar. „Die Kinder können sich mit dem Buch beschäftigen, etwas zum Thema basteln oder malen, wenn sie dazu Lust haben. Die Zeit der Erholungsmaßnahme wird nicht wie sonst von therapeutischen Maßnahmen bestimmt, sondern soll auch für die „Hierbleiber“ eine lockere, ganz entspannte Zeit sein, in der sie selbst entscheiden, woran sie teilnehmen. Die kreativen Ergebnisse der „Eric Carle-Tage“ werden in einer kleinen Ausstellung in der Kita präsentiert.

 

 

 

Lebenshilfe-Mitgliederversammlung beschließt Satzungsänderung „Wir wollen uns für die Zukunft stark machen“ begrüßte der Lebenshilfe-Vorsitzende Klaus Meier die Anwesenden der Mitgliederversammlung 2017. Unter dem Motto „Die nächsten 50 Jahre“ stellte der Vorstand der Lebenshilfe Heinsberg zunächst den Geschäftsbericht vor. Rund 1800 Menschen mit Behinderung werden in Frühförderstellen, Kindertagesstätten, in Wohneinrichtungen und Werkstattbetrieben begleitet und gefördert. Vorstandsmitglied Peter Katscher legte detailliert die Jahresabschlüsse der vergangenen beiden Jahre dar und stellte fest: Die Auftragslage in unseren Werkstattbetrieben ist sehr gut, und auch insgesamt steht der Verein sehr gut dar. Sie können stolz darauf sein, Mitglieder der Lebenshilfe Heinsberg zu sein!“ Im Mittelpunkt der Versammlung stand eine Satzungsänderung. „Wir wollen die vielen Gremien und Interessengruppen in unseren Lebenshilfe-Einrichtungen bündeln“, erläuterte Klaus Meier. Deshalb schlage der Vorstand vor, die Vertreterversammlung zukünftig inklusiv auszurichten. „Eltern und Angehörige, Gremienvertreter, Mitglieder und Angestellte sollen sich gemeinsam in die Lebenshilfe-Vereinsarbeit einbringen. Vor allem möchten wir Menschen mit Behinderung an unserem Vereinsleben noch mehr teilhaben und mitwirken lassen.“ Die Satzungsänderung fand große Zustimmung und wurde einstimmig beschlossen und der Vorstand entlastet. Die Wahl der neuen Vertreterversammlung findet im Mai 2019 statt. Abschließend stellten Marianne Bückers und Christa Winkels von der Lebenshilfe Stiftung, anlässlich des 20-jährigen Stiftungsjubiläums ihre Arbeit vor. In zwei Jahrzehnten wurden rund 25 Projekte mit einer Gesamtfördersumme im sechsstelligen Bereich unterstützt. Ein Schwerpunkt bilden hier vor allem die Bereiche Mobilität und Bildung für Menschen mit Behinderung in den Einrichtungen der Lebenshilfe , da hier häufig die notwendigen Finanzierungsmittel fehlen. Die nächste Mitgliederversammlung findet in zwei Jahren statt. Jeder kann der Lebenshilfe Heinsberg beitreten und mit einem jährlichen Beitrag ab 20 Euro den Verein für Menschen mit Behinderung unterstützen. Mehr Infos: www.lebenshilfe-heinsberg.de

 

Mit „Help“ ging es los und mit „With a little help from my friends“ endete der Abend im Bistro inclusio in Erkelenz. Mit ihren Interpretationen von Beatles-Songs und weiterer bekannter Hits der 60er und 70er Jahre begeisterten Astrid und Michael Riegraf bei ihrem ersten öffentlichen Auftritt die Besucher im Bistro inclusio in Erkelenz.

 

 

„Wir wollen für euch bis zum Nordkap fahren!“ sagen Doris und Reinhard Kortmann – und das Staunen bei den Kindern und ihren Erziehern in der Lebenshilfe-Kindertagesstätte in Ratheim ist groß. Es wird noch größer, als das Ehepaar aus Wassenberg über die Idee eines Spendenprojektes berichtet, warum sie als „Kortini Rally Team“ bis ans Ende der Welt fahren werden. „Wir wollen den Neubau der Kindertagesstätte der Lebenshilfe in Ratheim unterstützen, weil hier Kinder mit und ohne Behinderung gemeinsam gefördert werden“, sagt Doris Kortmann. In Hückelhoven-Ratheim entsteht am Diebsweg die neue Kindertagesstätte der Lebenshilfe Heinsberg. Eine moderne Einrichtung nach inklusiven Standards, in der jedes Kind individuell gefördert wird. „Die Entwicklungsverzögerung oder Behinderung steht dabei nicht im Vordergrund“, sagt Michèle de Greef, die den Aufbau der Kita in Ratheim koordiniert. „Kinder lernen in den Kindertagesstätten der Lebenshilfe Heinsberg mit - und voneinander und entwickeln in der gemeinsamen Förderung soziale Kompetenzen für ihre Zukunft: Verständnis und Verantwortung übernehmen, Gemeinschaft mitgestalten und füreinander da sein.“ Im Garten der neuen Kita planen die Erzieherinnen und Erzieher mit Unterstützung des Kortini Rally Teams ein Highlight für die Kinder: Eine Rennbahn mit barrierefreien Fahrzeugen, die von allen Kindern gefahren werden können. Spezielle "Beisitzer"-Vorrichtungen können Kinder mit einer schweren Behinderung nutzen. „So sind alle Kids auf der Piste und fahren und spielen gemeinsam!“ sagt Reinhard Kortmann. Das reisebegeisterte Ehepaar startet am 17.Juni mit Ihrem Audi A6 BJ 1995 bei der Rallye "Baltic Sea Circle". 7500 Kilometer ist die Strecke lang von Hamburg bis zum Nordcap. Einmal im Jahr startet die Baltic Rallye durch Europa für private Auto- und Motorrad-Enthusiasten. „Teil der Challenge ist das Spendensammeln. Jedes Team fährt auch für den guten Zweck“, sagt Doris Kortmann. Da passt die barrierefreie Rennbahn für die neue Kita perfekt: „Es wird Zeit, dass die Kinder in ihre neuen Räume ziehen können, das unterstützen wir gerne. Bewegung im Freien und Autos sind für Jungs und Mädchen ein Thema – und wenn auch Kinder mit Behinderung demnächst die geplante Rennbahn nutzen können, ist das doch Spitze!“ Bereits vor Rennbeginn haben die Hobby-Rennfahrer 500 Euro im Internet-Spendenportal Betterplace gesammelt. In der Kita, die aufgrund der Bauverzögerung noch in Schulräumen der Gemeinschaftsgrundschule im Weidengrund untergebracht sind, haben die Kinder viele Bilder gemalt, die jetzt schutzversiegelt auf dem Tourenwagen angebracht sind. Nach dem Probesitzen in und auf dem Rennwagen wünschten die kleinen dem Team eine gute Fahrt und freuen sich auf die sichere Rückkehr der Kortmanns. „Wir sind begeistert, dass sich auch Bürger aus der Region für unsere Arbeit engagieren und auf diese originelle Weise unser Spendenprojekt bis zum Nordkap tragen!“ sagt Michèle de Greef. Infobox: Die Route des Kortini Rally Teams kann auf Facebook verfolgt werden. Spenden zum Projekt werden gesammelt über www.betterplace.org - >Stichwort „Barrierefreie Rennbahn“. Alle Infos zur Baltic Rally: http://balticrally.superlative-adventure.com