Am 21.03. ist der Welt-Down-Syndrom-Tag

Es ist Mittag in der Werkstatt für behinderte Menschen der Lebenshilfe Heinsberg. „Heute gibt’s Kassler mit Sauerkraut…lecker!“ sagt Gila Abbassian. Man sieht ihr an, dass sie sich auf die Pause freut. Seit ihrem Schulabschluss 2014 arbeitet die junge Frau mit Down-Syndrom in der Lebenshilfe-Werkstatt. Im Berufsbildungsbereich der Werkstatt, vergleichbar mit einer Berufsschule, vertieft Gila Abbassian regelmäßig ihr Können in Lesen, Rechnen und Schreiben, sie hat Unterricht in Materialkunde und lernt unterschiedliche Arbeitsfelder kennen, um eigene Berufswünsche entwickeln zu können. Vor allem verdient sie ihr eigenes Geld, und darauf ist sie sehr stolz. Das Geld spart Gila Abbassian gerade an, denn schon im Mai geht’s mit dem Reiseprogramm des Familien unterstützenden Dienstes nach Mallorca. „Da wird die Sonne am Meer scheinen! Darauf freue ich mich schon das ganze Jahr.“

Gila Abbassian (links, neben Kollegin Manuela Jakobs) an ihrem Arbeitsplatz


Auch nach Feierabend ist Gila Abbassian viel unterwegs. Entweder ist sie mit dem Familien unterstützenden Dienst der Lebenshilfe Heinsberg auf Achse, in der Disco, zum Kegeln oder beim Training in der Showtanzgruppe. Oder sie trifft sich mit ihren Freundinnen Ute und Maike Brückner. Mit den beiden Schwestern ist die 20-jährige Geilenkirchenerin schon lange befreundet. Wenn sich die jungen Frauen treffen, dann plaudern sie, hören Musik, gehen ins Kino oder in die Stadt zum Bummeln, was Freunde eben so machen.
Die drei Freundinnen zeigen, dass Inklusion gelebt werden muss. „Ute und Gila waren in der integrativen Kindertagesstätte der Lebenshilfe. Bis heute sind sie Freundinnen, auch wenn die Kinder ganz unterschiedliche Lebenswege eingeschlagen haben. Während die Geschwister nach dem klassischen Schulweg die Ausbildung absolvieren und einen Beruf erlernen, kämpfte Gilas Mutter Andrea Schwarz zunächst für den integrativen Unterricht an der Grundschule Frelenberg. Das war damals nicht so selbstverständlich wie heute in Zeiten der Inklusion. Heute hat Gila ihren Platz gefunden in der Lebenshilfe. Hier erhält sie Unterstützung, wo es nötig ist. Ansonsten lebt sie ihr Leben.
Das Netzwerk, das Andrea Schwarz um ihre Tochter geschaffen hat, ist groß geworden und hält bis heute. Auch sie selbst hat noch regelmäßigen Kontakt zu einigen Müttern aus Gilas Zeit in der Kita. „Kontakte knüpfen und pflegen ist uns einfach wichtig! Wer sich für den anderen interessiert, bildet die Grundlage für Inklusion. Es ist nicht nur normal, verschieden zu sein. Die Verschiedenheit kann das Leben interessant werden lassen und viel Freude bereiten!“

Down-Syndrom:

Als Down-Syndrom (benannt nach John Langdon-Down, engl. Facharzt für Neurologie) bezeichnet man eine Genommutation, bei der das 21. Chromosom dreifach vorliegt. Man nennt dieses Syndrom daher auch Trisomie 21. Menschen mit Down-Syndrom weisen in der Regel typische körperliche Merkmale auf und sind in ihren kognitiven Fähigkeiten meist beeinträchtigt. Schätzungen belaufen sich auf rund 50000 Menschen mit Trisomie 21 in Deutschland. Der Welt-Down-Syndrom-Tag am 21. März wurde im Jahr 2006 durch die Organisationen Downsyndrome International (DSI) und European Downsyndrome Association (EDSA) eingeführt. Mehr Informationen im Internet, u.a. www.ds-infocenter.de

 

50 Jahre - 50 Geschichten

Gila’s Geschichte steht im Buch „50 Jahre-50 Geschichten“ der Lebenshilfe Heinsberg zum 50. Vereinsjubiläum. Erhältlich in den Cafés der Lebenshilfe sowie in der Heinsberger Buchhandlung Gollenstede.

 

Freizeitprogramm FuD

Das Freizeitprogramm des Familien unterstützenden Dienstes kann kostenlos telefonisch bestellt werden: 02452-969710 und steht online zum Download bereit.

Nach fast zwei Jahren Planung begannen nun die Bauarbeiten für eine neue Prospex-Werkstatt in Geilenkirchen. Zum symbolischen Spatenstich trafen sich Karin Hoffmann, stellv. Bürgermeisterin Stadt Geilenkirchen, Claudio Menghini, Vorsitzender Werkstattrat, Architekt Josef Viethen, die Geschäftsführer der Lebenshilfe Heinsberg und der Via Nobis GmbH Edgar Johnen und Martin Minten, Prospex-Werkstattleiter Salvatore Bianco, Prospex-Leiter Arbeit & Technik Markus Kremers sowie LVR-Sozialdezernent Dirk Lewandrowski, der feststellte: „Der Standort Geilenkirchen ist für diese Zweigstelle sehr vorteilhaft, da es im südlichen Kreisgebiet noch keine Arbeitsplätze für Menschen mit psychischer Behinderung gibt. Die Menschen, die in Geilenkirchen wohnen, fahren zurzeit entweder in die Werkstätten nach Erkelenz oder nach Heinsberg. Der Standort hat somit auch den Vorteil, dass die Menschen zukünftig einen wohnortnahen Arbeitsplatz haben. Zudem hat Prospex in Geilenkirchen zwei große Auftraggeber und in dem Industriegebiet sind bereits viele Betriebe angesiedelt. Hierin liegen auch Chancen für weitere Kooperationen mit Arbeitgebern, zum Beispiel hinsichtlich der Schaffung betriebsintegrierter Arbeitsplätze oder Übergänge auf den allgemeinen Arbeitsmarkt.“ Die Werkstatt wird an der Ecke Friedrich-Krupp-Straße und August-Thyssen-Straße entstehen. Dort sollen 100 Menschen mit psychischer Behinderung und 25 Fachkräfte beschäftigt werden. Bereits Ende 2016 soll der Betrieb mit Metallbereich, Montagebereich, Verpackungsbereich fertiggestellt sein.

Die Prospex gGmbH ist eine Werkstatt für Menschen mit psychischer Behinderung und wurde 1995 in Trägerschaft der Lebenshilfe Heinsberg und der Katharina Kasper ViaNobis GmbH gegründet. An zwei Werkstattorten in Heinsberg-Oberbruch und in Erkelenz sowie an sieben Außenstellen bietet Prospex für über 320 Werkstattbeschäftigte Maßnahmen zur beruflichen Bildung und der persönlichen Entwicklung an.

Bereits zum 40. Mal fand im Bistro inclusio in Erkelenz die Konzertreihe „inclusio meets music“ von Musikern mit und ohne Behinderung, statt. Bereits zum fünften Mal trafen Norbert Winzen von den „Beets ´n berries“ und Daniel Stolz, Sänger der Lebenshilfe-Band „Workshop“ aufeinander. Unterstützt von Ralf Hintzen am Keyboard , Bernd Brinkmann am Schlagwerk und bei einigen Stücken auch Sängerin Emily Viethen, zündeten die beiden im voll besetzten Café ein musikalisches Feuerwerk. Faszinierend, wie die beiden sich gegenseitig motivierten und die Zuschauer mit einbezogen. Diese waren begeistert von der Mischung aus alten und neuen Songs, sangen kräftig mit und ließen die Band erst nach mehreren Zugaben von der Bühne.

Marina und Jürgen Dick von der Bäckerei Dick überraschten die Bandmitglieder von Workshop bei deren Bandprobe mit einem dicken Scheck im Gepäck. 1000 Euro kamen zusammen bei der 5. Benefizveranstaltung „Weihnachtssession unplugged“. Die Bands Black Burdon Blues Band, More, Landgroover und Workshop selbst begeisterten im Dezember die zahlreichen Zuschauer im Backlokal Dick. „Das Geld wollen wir nicht nur in neues Equipment investieren, sondern auch in die musikalische Förderung der Bandmitglieder durch Einzelunterricht in der Musikschule“, erklärt Niko Phlippen, Gitarrist und musikalischer Begleiter der Band. Natürlich hatte Jürgen Dick seine Mundharmonika dabei und stieg spontan in die Probe ein. Das klang gleich so gut, dass jetzt die Idee im Raum steht, zum inklusiven Heinsberger Stadtfest 2016 gemeinsam auf die Bühne zu gehen.

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Es war ganz schön was los auf dem Busparkplatz vor dem Werkstattbetrieb 1 in Oberbruch. Zahlreiche Mitarbeiter und Angestellte wollten bei der Bus-Taufe eines neuen Busses der Firma von den Driesch dabei sein. Busunternehmer Willi von den Driesch hatte der Lebenshilfe zum 50. Jubiläum die Gestaltung seines nagelneuen Busses geschenkt. Der Bus ist auf einer Seite unter dem Motto „Gemeinsam leben in Vielfalt“ beklebt mit riesengroßen Fotos von Menschen mit und ohne Behinderung aus der Lebenshilfe Heinsberg. Die andere Seite zieren die Mitglieder der Lebenshilfe-Band „Workshop“, die es sich – von den Zuschauern begeistert gefeiert - nicht nehmen ließ, vor dem Bus einige Stücke aus ihrem Repertoire zum Besten zu geben. Der Name des Busses – "Blaue Welle" – war in einem Preisausschreiben für die Mitarbeiter der Lebenshilfe-Werkstätten ermittelt worden. Willi von den Driesch überreichte den drei Gewinnern Preise: „Dieser Name passt zum Bus und auch zur Lebenshilfe. Die Blaue Welle ist ja euer inklusiver Fanclub von Borussia Mönchengladbach!“ Der Lebenshilfe-Vorsitzende Klaus Meier dankte dem Familienunternehmen von den Driesch aus Waldfeucht-Haaren, das bereits seit 1972 den Fahrdienst für die Lebenshilfe Heinsberg durchführt, und überreichte Geschenke an die anwesenden Familienmitglieder Willi von den Driesch, Katrin von den Driesch und den Seniorchef Wilhelm von den Driesch, für deren langjähriges Engagement. Diakon Peter Derichs schließlich gab dem Bus noch den Reisesegen. Ab sofort ist der Bus mit den Botschaften der Lebenshilfe Heinsberg im gesamten Kreisgebiet unterwegs.