Bis zum 7.8.2016 sind im Café Samocca in Heinsberg Bilder von Tim Benden zu sehen. Tim Benden ist Mitarbeiter in der Werkstatt für behinderte Menschen in Heinsberg. Er ist in seiner Freizeit ein leidenschaftlicher Maler. Er wählt bevorzugt Motive aus der Natur wie Landschaften oder Tierdarstellungen, die er mit kräftigen Farben wiedergibt.

Für die Kinder, die nicht an der diesjährigen Erholungsmaßnahme an Hollands Küste teilnahmen, hatten sich Erzieher und Erzieherinnen der Kita Triangel in Geilenkirchen was ganz Besonderes einfallen lassen: Wie sah der Kindergarten aus, als Mama und Papa noch dorthin gingen? Vom Kasperletheater über Hüpfekästchen und Gummitwist durften die Kinder ein vielfältiges Repertoire an alten Spielen kennenlernen und in alte Zeiten eintauchen.

Bis zum 16.9.2016 sind auf der ersten Etage im Lebenshilfe Center, Richard-Wagner-Straße 5 in Oberbruch abstrakte Farblandschaften von Theo Heinen, großformatige Paardarstellungen und Collagen von Georg Kohlen, zarte Portraits und Akte von Renate Schell, Holzdrucke von Ingo Veltum sowie Landschaften und Materialbilder von Willi Wagels zu sehen. Die Ausstellung kann Montags bis Freitags von 9-15 Uhr besucht werden.

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Die eigentliche Präsentation soll zur Jubiläumsfeier der Lebenshilfe auf dem großen Heinsberger Stadtfest im September stattfinden: Eine Modenschau mit Kindergartenkindern der Kita Triangel in Oberbruch. Die Generalprobe fand bereits jetzt auf dem Außengelände der Kita statt. Die Kinder, die nicht an der diesjährigen Erholungsmaßnahme der Kita teilnahmen, hatten gemeinsam mit ihren Betreuerinnen phantasievolle Kleidungsstücke aus alten Plastiktüten entworfen und angefertigt sowie kunterbunte Lebenshilfe-Tragetaschen gestaltet. Die Präsentation wollten sich auch einige Eltern nicht entgehen lassen. Sie waren begeistert von den kleinen „Supermodels“ und deren Kreationen. Viel Applaus gab es auch für das Rahmenprogramm mit Schmetterlingstanz und Trommelkonzert. Bei so viel Kreativität kann man auf die neue Kollektion beim Stadtfest nur gespannt sein.

Sandra Pelzer und Stefan Cordier sind Mitarbeiter mit Behinderung der Lebenshilfe-Werkstatt in Heinsberg. Zurzeit sind sie als Märchenerzähler in einer Kindertagesstätte engagiert. Sie erzählen Geschichten und entführen die Kinder in eine andere Welt.



„Stellt euch vor, wir sind Dschungelforscher und auf der Suche nach einer seltenen Schlange. Langsam gehen wir durch den Dschungel, die Lianen streifen unser Gesicht.“ Stefan Cordier liest die „Dschungelgeschichte“ vor. Er ist umgeben von acht Kindern, die gespannt zuhören. Seine Kollegin Sandra Peltzer sitzt ihm gegenüber. Aus einem Holzkoffer holt sie nach und nach Requisiten hervor und reicht sie weiter: Ein Dschungelforscher-Stirnband, eine Liane, einen Plüschaffen. Als sich die täuschend echt aussehende Klapperschlange langsam aus dem Koffer schlängelt, ist die Spannung im Raum greifbar.
„Wir wollen Geschichten für Menschen mit Behinderung mit allen Sinnen erlebbar machen“, erläutert Barbara Fornefeld, Professorin am Lehrstuhl für Geistigbehindertenpädagogik der Uni Köln. Gemeinsam mit ihren Studenten hat sie den „mehr ¬ Sinn® Geschichtenkoffer“ entwickelt. „Menschen mit schwerer Behinderung sollen nicht ausgeschlossen werden, wenn es um Kultur geht. Deshalb haben wir bekannte Märchen ebenso wie eigene Geschichten auf ihre Kernaussagen komprimiert und in Kooperation mit der Werkstatt für behinderte Menschen der Lebenshilfe Heinsberg einen Geschichtenkoffer entwickelt, der die nötigen Requisiten zu den Geschichten enthält.“


Der Holzkoffer und einige Requisiten wurden in der Lebenshilfe-Werkstatt hergestellt. Weitere Requisiten wurden in kooperierenden Werkstätten für behinderte Menschen entwickelt. So kommt zum Beispiel eine Choroi-Flöte aus einer Behindertenwerkstatt in Telleby in Schweden, das orientalische Tuch wird in einer Werkstatt für behinderte Menschen in Indien produziert. Mehr als 150 Koffer sind bereits deutschlandweit an Einrichtungen der Behindertenhilfe verkauft worden, zudem hat das Therapiemittelversandhaus Wehrfritz den Koffer in seinem Programm aufgenommen. „Wir fördern die kulturelle Teilhabe von Menschen mit Behinderung. Das Interesse an den Geschichten und dem Koffer bestätigen uns in unserer Arbeit“, freut sich Barbara Fornefeld.


Dass Menschen mit Behinderung die Geschichten erzählen und Kinder ohne Behinderung interessierte Zuhörer sein können, davon war Erzieherin Heike Jahn-Kunze von der Lebenshilfe Heinsberg überzeugt. Sie begleitet Sandra Pelzer und Stefan Cordier und hat ihnen die mehr¬Sinn® Geschichten näher gebracht. „Die Requisiten erleichtern nicht nur das Zuhören, sondern auch das Erzählen. Da die beiden das so gut machen, habe ich die Idee spontan einer Kindertagesstätte vorgestellt.“ Als Professorin Barbara Fornefeld davon hörte, hat sie sich von Köln auf den Weg gemacht hat. „Ich bin begeistert, wie sich unsere Ursprungs-Idee weiterentwickelt hat. Vielleicht können wir an der Universität sogar eine Ausbildung zum Geschichtenerzähler für Menschen mit Behinderung entwickeln.“ Sandra Pelzer und Stefan Cordier würden sich gleich bewerben. „Mit Kindern zu arbeiten, das wäre mein Traum!“ sagt Sandra Pelzer.

Infos:
-    Der mehr¬Sinn® Geschichtenkoffer ist an der Universität zu Köln entwickelt worden, er beinhaltet sechs Geschichten in einfacher Sprache mit Handlungsanweisungen für den Erzähler sowie zahlreiche Requisiten.
-    Der Koffer wird in der Werkstatt für behinderte Menschen der Lebenshilfe Heinsberg produziert, kostet 299 Euro und ist telefonisch bestellbar: 02452-969415
-    Das Erzählprojekt für Kindertagesstätten möchten Sandra Pelzer und Stefan Cordier gerne auch anderen Kindertagesstätten anbieten. Informationen gibt Heike Jahn-Kunze, Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
-    Mehr Informationen zum mehr¬Sinn® Geschichten-Projekt: www.kubus-ev.de