Die Wahl der „richtigen Schule“ für das eigene Kind ist eine schwierige individuelle Entscheidung, auch wenn Fachleute gerne Rat und Unterstützung anbieten. Im Familienzentrum Triangel in Geilenkirchen trafen sich schulische Vertreter und betroffene Eltern aus dem Kreis Heinsberg zu einem Diskussionsabend rund um die schulische Inklusion von Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf. Schulrat Christof Esser berichtete darüber, dass schulische Inklusion noch längst nicht unter den von allen Beteiligten gewünschten Bedingungen gelebt wird. Momentan wird jedem Kind mit Förderbedarf sowohl ein Platz in einer der drei Förderschularten (Lernen/Sprache/sozial-emotionale Entwicklung, Köperbehinderung oder geistige Behinderung) als auch in einer ortsnahen Schule mit entsprechender sonderpädagogischer Unterstützung angeboten. Die Eltern können dann entscheiden, welche der beiden Möglichkeiten für ihr Kind geeignet ist, was jedoch häufig an den fehlenden Rahmenbedingungen (Barrierefreiheit, Betreuung in Alltagssituationen) scheitert. Ähnlich wie in den KiTas werden auch an den Schulen individuelle Förderpläne bezüglich Ziele und Lehrstoff erstellt. Diese werden gemeinsam mit den Eltern besprochen, so dass jedes Kind da „abgeholt werden kann, wo es steht“, egal, welche Schulform besucht wird. Was den Kreis Heinsberg angeht, gibt es nach wie vor ein vielfältiges Schulangebot. Es bestehen jedoch noch nicht an allen Schulen die Rahmenbedingungen, die für die vielfältigen Bedarfe von Kindern mit schwereren Beeinträchtigungen nötig sind. Schulischen Vertreter und Elternschaft waren sich einig, dass - wenn auch bislang nur erste Schritte zu einer gemeinsamen Bildung von Kindern mit und ohne Behinderung im schulischen Bereich erfolgt sind - auch in Zukunft in Inklusion zu investieren und Konzepte zur besseren Umsetzung zu entwickeln.

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48 Standorte mit Ausstellungen und Künstlerateliers gab es bei der diesjährigen Kunsttour im Kreis Heinsberg. Die Lebenshilfe Heinsberg beteiligte sich mit einer Rundfahrt zu sechs Ateliers und drei Ausstellungen. Diese „Tour zur Kunst“ wurde von der Aktion Mensch im Rahmen des Aktionstags zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung am 5. Mai unterstützt. Im Café Samocca in Heinsberg hatten sich 40 Teilnehmer mit und ohne Behinderung eingefunden. Caféleiterin Claudia Steiner und ihr Team hatte ein ausgiebiges Frühstück für ihre Gäste vorbereitet. Gleichzeitig fand die Eröffnung einer Ausstellung mit Bildern der Ateliergemeinschaft „willsosein“ der Lebenshilfe Aachen statt. Der Vorsitzende der Lebenshilfe, Klaus Meier, betonte in seiner Begrüßung „Natürlich steht heute die Kunst im Vordergrund. Wir wollen aber mit dieser Aktion auch auf Mobilitätsbarrieren für Menschen mit Behinderung im Kreis Heinsberg hinweisen. Durch den Abbau des öffentlichen Nahverkehrs und fehlender Barrierefreiheit wird es für Menschen vor allem mit schwerer Behinderung fast unmöglich, an kulturellen Veranstaltungen wie der Kunsttour teilzunehmen.“ Der „Lebenshilfe-Bus“ der Firma von den Driesch war mit allem ausgestattet, was Menschen mit Behinderung benötigen. Auch zwei Rollstuhlfahrer konnten problemlos „einsteigen“. In dem mit Motiven aus der Lebenshilfe gestalteten Bus ging es zunächst zur alten Tonfabrik nach Gillrath. Dort wurde man mit ganz unterschiedlichen Arbeitsweisen, Motiven und Materialien konfrontiert, sind dort doch gleich mehrere Ateliers angesiedelt: Surreal angehauchte Menschenbilder von Henriette Echghi-Ghamsari, abstrakte Farblandschaften von Theo Heinen, Selbstbildnisse von Burkhart Ollertz, Großformate von Georg Kohlen und Skulpturen des Holzbildhauers Andreas Joerissen waren zu bewundern. Andreas Joerissen war es auch, der die Teilnehmer während der Fahrt als „Kunstführer“ über Kunst und Künstler informierte und jeweils auf die nächste Station einstimmte. Busfahrer Bernd Lind steuerte den großen Reisebus der Firma von den Driesch sicher durch die schmalen Gassen von Uetterath zum Atelier von Gereon Heil, der den Teilnehmern in leicht verständlicher Sprache seine figurative Malerei erläuterte. Weiter ging die Reise zur Galerie Eesdron in Millich mit der Ausstellung „Stille Post“, mit Holzdrucken von Ingo Veltum in Kleingladbach sowie Fotografien und Skulpturen von Karl-Heinz Laufs in Golkrath. In der alten Mühle in Wegberg , umgeben von den Arbeiten der Ateliergemeinschaft „willsosein“ , ließ man sich in der eine leckere Suppen schmecken, die „Küchenchefin“ Anneliese Baltes vom Café Samocca in Wegberg zubereitet hatte. Von dort aus ging die Fahrt zurück zum Café Samocca in Heinsberg. Dort endete die Tour, die spannende Begegnungen mit Kunst und Künstlern möglich gemacht hat. Der Lebenshilfe-Vorsitzende Klaus Meier zeigte sich begeistert: „Ich hätte nicht gedacht, dass es im Kreis Heinsberg so viele tolle Künstler gibt. Ich habe heute viel über Kunst gelernt und es gab spannende Begegnungen mit den Künstlern. Vor allem aber hat sich gezeigt: Barrierefreie Transportmittel machen auch die Kunst barrierefrei!“ Dem stimmten die anderen Teilnehmern zu, war doch der einhellige Tenor: „Das müsst ihr im nächsten Jahr unbedingt wieder anbieten!“

Freude in der Kindertagesstätte Triangel der Lebenshilfe in Geilenkirchen: Die Einrichtung erhielt - in Kooperation mit dem Sportverein FC Rhenania Immendorf - das Zertifikat „Anerkannter Bewegungskindergarten mit dem Pluspunkt Ernährung“. Diese Auszeichnung verleiht die Landesregierung und die gesetzlichen Krankenkassen in NRW in Kooperation mit dem Landessportbund NRW an Kitas, die sich für eine gesunde Ernährung und Bewegung einsetzen. „Fertiggerichte oder Tiefkühlkost – nein Danke!“, sagt Kita-Leiterin Birgit Roye. In der Kita Triangel in Geilenkirchen erhalten die Kinder täglich frisch gekochtes Essen mit viel Rohkost, Salat und Obst. „Wir wollen die Kinder schon früh für das Thema Ernährung sensibilisieren, denn ausgewogene und gesunde Ernährung ist schließlich fürs ganze Leben wichtig. Deshalb freuen wir uns über dieses Zertifikat, weil es zeigt, dass der Weg, den wir gehen, richtig ist“, sieht sie sich in ihrem Konzept bestätigt. „Wir können zum Beispiel durch feste Bewegungs-und Ernährungsregeln helfen, dem Übergewicht im Kindesalter frühzeitig vorzubeugen und mehr Bewegung und gesunde Ernährung spielerisch in der Lebenswelt von Kindern etablieren.“ Unter dem Jubel der Kita-Kinder überreichte Berit Baumeister vom Kreissportbund das Zertifikat, das nun am Kita-Eingang einen Platz neben der Auszeichnung als Bewegungskindergarten erhält.

Willkommen in der Lebenshilfe: Rund 30 neue Angestellte begrüßten Lebenshilfe-Vorsitzender Klaus Meier gemeinsam mit seinem Stellvertreter Jakob Lieck und Vorstandsmitglied Agi Palm im Café Samocca. Die neuen Fachkräfte arbeiten als Therapeuten oder Erzieher in den Kindertagesstätten, als Heilerziehungs- oder Krankenpfleger in den Wohnstätten, im Pflegedienst oder den Werkstattbetrieben. "Sie sind unser wichtiges Kapital und als neue Experten bereichern Sie sicher unser Team!" sagte Klaus Meier. Aktuelle Stellenausschreibungen veröffentlicht die Lebenshilfe Heinsberg auf ihrer Homepage unter http://www.lebenshilfe-heinsberg.de/stellenangebote

 

 

Kaffee ist die große Leidenschaft von Herman-Josef Fensky aus Braunsrath. Diese Leidenschaft und sein Wissen rund um Röstung und Zubereitung der Deutschen liebstes Genussmittel hat er ins Lebenshilfe-Café am BEGAS-Haus eingebracht und ausgebaut. „Als ich von der Idee hörte, dass im Samocca der Kaffee nach alter Tradition geröstet werden soll, habe ich meine Unterstützung angeboten.“ Mittlerweile werden im Café Samocca zwölf verschiedene Kaffeesorten aus unterschiedlichen Regionen der Erde geröstet. „Jede Sorte hat seine Besonderheit, jeder Kaffee hat eine Geschichte“, erklärt Hermann-Josef Fensky, der die Sorten gemeinsam mit Klaudia Steiner und Annelie Lintzen vom Café auswählt.

„Wir wollen wissen, wo der Kaffee herkommt und wie er angebaut wird. Wir haben teilweise sogar einen direkten Kontakt zum Kaffeebauern.“ So wird die Sorte „Ishema Woman“ aus Ruanda von den Ishema-Frauen angebaut, einer Kommune, die alleinstehende Frauen als Existenzsicherung gegründet haben. „Mystic Hilltribe“ wird im Norden Thailands vom Volksstamm der Akhas angebaut, ein Produzent dieser Kaffees hat bereits mehrfach das Samocca in Heinsberg besucht und sich von der Qualität der Röstung vor Ort überzeugt. Kogi-Indianer aus Kolumbien verstehen sich als „Hüter der Erde“ und ernten wild gewachsenen Kaffee im Urwald. „Die Pflanzen wachsen im Schatten des Urwaldes viel besser und die Früchte können langsamer reifen. Dadurch entwickelt sich ein wesentlich intensiveres Aroma als bei konventionellen Sorten“, so Hermann-Josef Fensky. Auch die Weiterverarbeitung des Kaffees beeinflusst die Produktqualität. „Industriell wird Kaffee lediglich ein paar Minuten bei rund 400 Grad geröstet“, sagt Caféleiterin Klaudia Steiner, „wir aber nehmen uns Zeit und rösten die Bohnen bei 190 Grad rund 20 Minuten lang, damit sich der Charakter des Kaffees voll entfalten kann.“ Das findet immer mehr Zuspruch. Mittlerweile beliefert das Café Samocca auch Gastronomen und Firmenkunden, teils mit individuell abgestimmten Mischungen. „Wir legen aber nicht nur Wert auf die Qualität des Kaffees“ so Klaudia Steiner, „sondern bieten unseren 12 Mitarbeitern mit Behinderung die Möglichkeit, den kulturellen Hintergrund dieses Handwerks kennen zu lernen.“ Gemeinsam mit den Mitarbeitern gestalten Klaudia Steiner und Hermann-Josef-Fensky den geplanten Themenabend rund um die Kaffeebohne von der Herstellung bis zur Röstung und stellen die unterschiedlichen Brühmethoden wie French Press, Swoden- sowie Karlsbader Kanne vor.

Der Themenabend findet statt im Museumscafé Samocca in Heinsberg, Hochstraße 19, am 11.05., 18.30-21 Uhr, Kosten: 15 Euro inklusive Kaffeeverkostungen, Wasser und Snacks. Anmeldung unter 02452-1062077 oder vor Ort im Café.