Die Turnhalle wurde zum Tonstudio in der Kita Triangel Geilenkirchen. Hier haben die Kinder mit ihrem Erzieher und Musiker Mike Schmidt (li.) einen Song komponiert, den Ex-Höhner Gitarrist Ralf Rudnik (2.v.re.) anlässlich des 50. Jubiläums der Lebenshilfe Heinsberg professionell arrangiert. Für die letzten Aufnahmen reiste der Musiker mit seinem Techniker und mobilem Tonstudio zur Kita nach Geilenkirchen. Seit Jahren unterstützt Ralf Rudnik Musiker aus der Lebenshilfe, die Band Workshop mit Musikern mit und ohne Behinderung war mehrfach in seinem Studio in Wegberg. „Ich unterstütze gerne die musikalischen Ideen, die da immer wieder in der Lebenshilfe entstehen. Die Arbeit mit den Menschen hier macht einfach Riesenspaß!“ Der neue „Lebenshilfe-Song“ wird zum Familienfest der Kita Geilenkirchen am 18.Juni und im Rahmen des Heinsberger Stadtfestes am 10./11. September live präsentiert und wird im Internet veröffentlicht. Spontan hat Ralf Rudnik die Lebenshilfe-Band Workshop eingeladen, sein Konzert mit Chris Thompson am 28.Mai in der Aula Hückelhoven zu eröffnen. Karten gibt es bei allen bekannten Vorverkaufsstellen.

Der 31. Oktober des vergangenen Jahres hat sich in das Gedächtnis der Familie Übachs festgebrannt. „Es war Samstagnachmittag, das Wetter war schön. Mein Mann Willi hatte vormittags Tennis gespielt, am Nachmittag die Straße gekehrt und schaute sich anschließend die Übertragung des Gladbach-Spiels an“, erinnert sich Maria Übachs. Kurz nach dem Abpfiff sackte ihr Mann plötzlich und ohne Vorankündigung auf dem Sofa zusammen. Er war nicht mehr ansprechbar, sein Körper zuckte heftig. Der alarmierte Rettungsdienst brachte ihn mit dem Verdacht auf Schlaganfall sofort zum Hermann-Josef-Krankhaus in Erkelenz. Weil sich das Blutgerinnsel in seinem Gehirn nicht auflöste wurde Willi Übachs zum Klinikum Aachen verlegt. Dort wurde er umgehend operiert und ins Koma versetzt. 10 Tage lang bangte die Familie um sein Leben. Willi Übachs hat überlebt. Aber einige Bereiche des Gehirns - unter anderem das Sprach- und Bewegungszentrum- sind stark in Mitleidenschaft gezogen worden, so dass er halbseitig gelähmt ist und nicht mehr sprechen kann. Nach der Entlassung aus dem Krankenhaus musste die Rückkehr nach Hause schnell und gut organisiert werden, denn Willi Übachs benötigt umfassende Hilfe. „Im ersten Moment fühlte ich mich überfordert und wusste nicht, wie ich das alleine schaffen soll. Zum Glück haben wir durch unsere Tochter mit Behinderung engen Kontakt zur Lebenshilfe Heinsberg.“ Maria Übachs meldete sich beim Pflegedienst der Lebenshilfe, der Menschen mit und ohne Behinderung betreut. „Familien wie dieser müssen wir umgehend helfen“ sagt Martine Gouder de Beauregard, Pflegedienstleiterin der Lebenshilfe Heinsberg. Kurzfristig wurde ab dem Tag der Entlassung aus der Reha ein häuslicher Besuch eingerichtet.

 

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Dreimal täglich kommt jetzt eine Fachkraft der Lebenshilfe Heinsberg zur Familie Übachs. Altenpflegerin Justina Hajok und ihre Kolleginnen übernehmen die Ganzkörperpflege, helfen beim Anziehen und unterstützen bei der Nahrungsaufnahme. Zudem erhält Willi Übachs mehrmals wöchentlich Physio- und Ergotherapie sowie Logopädie. „Heute sieht man die Fortschritte, die Willi Übachs seit der Entlassung im Januar zu Hause gemacht hat“, sagt Justina Hajok und betont: „Nicht nur seine körperlichen Fortschritte sind auffällig. Vor allem seine Grundstimmung hat sich stark verbessert.“ Willi Übachs sitzt ihr gegenüber, nickt und lacht bestätigend. Man sieht ihm an, dass er etwas sagen möchte. Doch das geht noch nicht. „Wir hoffen alle, dass auch das Sprechen zurückkommt. Aber alles braucht seine Zeit.“ Sich Zeit nehmen ist auch ein Thema, dass die Pflegerin bei jedem Besuch Maria Übachs ans Herz legt. „ Was Frau Übachs jeden Tag leistet, ist enorm. Aber sie muss noch lernen, Zeit für sich zu nehmen und abzuschalten, wenn wir da sind.“ Deshalb unterstützt der Pflegedienst der Lebenshilfe auch bei den vielen organisatorischen Fragen, die jetzt im Raum stehen. „Wir haben bei der Beantragung der Pflegestufe geholfen, und jetzt arbeiten wir an einer Finanzierung der Wohnraumanpassung, denn die Familie möchte weiter zusammen leben. Also müssen unter anderem das Badezimmer umgebaut und eine Rollstuhlrampe installiert werden“, sagt Martine Gouder de Beauregard. Heute, ein halbes Jahr nach dem Schlaganfall, schauen Maria und Willi Übachs auch wieder mit Zuversicht in die Zukunft. Sie stellen sich auf die neue Situation ein und lernen, mit den Folgen des Schlaganfalls umzugehen. „Die Unterstützung durch die Lebenshilfe Heinsberg ist uns eine große Hilfe.“

Hier geht's zum Angebot des Pflegedienstes der Lebenshilfe

 

  • Rund 270.000 Schlaganfälle ereignen sich nach Auskunft der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe jährlich in Deutschland. Rund 5% der Patienten sind unter 50 Jahre alt. Rund die Hälfte der Patienten sterben innerhalb eines Jahres an den Folgen. Der Schlaganfall gehört zur dritthäufigsten Todesursache in Deutschland. 64 Prozent der überlebenden Patienten bleiben ein Jahr nach dem Schlaganfall pflegebedürftig. Davon müssen ca. 15 Prozent in einer Pflegeeinrichtung versorgt werden. Informationen zum Schlaganfall im Internet: www.schlaganfall-hilfe.de
  • Die Angebote eines Pflegedienstes sind vielfältig und richten sich nach den Anforderungen der Klienten. So übernimmt der Pflegedienst bei Bedarf ärztliche Verordnungen wie Injektionen, Medikamentenstellen und –gaben, Wundversorgung, Blutdrucküberwachung oder Stomapflege. Zudem begleitet oder übernimmt der Pflegedienst die Körperpflege und Nahrungsaufnahme, Hilfestellungen beim Aus- und Ankleiden oder Waschen. Neben Arbeiten im Haushalt, etwa Wohnungsreinigung, Einkauf oder Wäschepflege, bieten viele Pflegedienste rund um die Uhr Rufbereitschaft. Hier geht's zum Angebot des Pflegedienstes der Lebenshilfe

Seit Oktober 2015 arbeitet Thomas Wolters in der Werkstatt für behinderte Menschen der Lebenshilfe Heinsberg. Etwas Soziales wollte er machen, nachdem er sein Abitur an der Wirtschaftsschule absolviert hatte. So entschied er sich für den Studiengang Soziale Arbeit an der FH Aachen, weil er mit und für Menschen arbeiten möchte. Die Zeit bis zum Studium überbrückt Thomas Wolters mit dem Freiwilligen Sozialen Jahr in der Lebenshilfe-Werkstatt. „Ich kannte die Lebenshilfe nicht“, erinnert sich Thomas Wolters. Dabei wohnt er in direkter Nachbarschaft zur Wohnstätte für Menschen mit Behinderung in  Heinsberg.  

„Klar sah ich die Bewohner jeden Tag und fragte mich, wer sie sind und wie sie wohl leben. Ob sie ein glückliches Leben haben?“ Heute kennt Thomas Wolters fast alle seine Nachbarn mit Vornamen, denn sie arbeiten wie er in der Werkstatt. „Und ich weiß, dass die Menschen stolz sind auf ihren Arbeitsplatz. Denn in der Lebenshilfe-Werkstatt haben sie eine Aufgabe und werden gebraucht. Ich finde, das ist das Besondere am Betreuungskonzept der Lebenshilfe.“
Jetzt gehöre er auch zu dieser Lebenshilfe-Gemeinschaft, schmunzelt Thomas Wolters, er ist im Förderbereich der Werkstatt eingesetzt. Hier begleitet er Menschen mit schwerer Behinderung. „Die ersten Tage fand ich schwierig. Ich war mir nicht sicher, wie ich mich verhalten soll oder wie ich den Kontakt mit Menschen mit schwerer Behinderung aufnehmen kann.“ Das sei mittlerweile kein Problem mehr, mit den Gruppenleitern und Kollegen habe er ein freundschaftliches Verhältnis und man arbeite eng zusammen. „Mit Menschen arbeiten bedeutet auch, sich selbst besser kennen zu lernen“, findet er. „Und die Kollegen unterstützen dabei, sich selbst und die Rolle, die man einnimmt, verstehen zu lernen, um für andere Menschen Verantwortung übernehmen zu können. Außerdem weiß ich heute, dass man nicht sprechen muss, um zu kommunizieren.“ Die Menschen, für die er da ist, geben ihm viel zurück. Etwa wenn er in der Gruppe singt und die anderen mit einstimmen oder wenn er sieht, wie sich ein verschlossener Mensch öffnen kann, wenn man sich mit ihm wirklich beschäftigt.

Auch Anna Müller hat sich für ein FSJ in der Lebenshilfe-Werkstatt entschieden. Sie arbeitet in einer manuellen Gruppe der Werkstatt. Hier werden unterschiedliche Arbeiten für Unternehmen aus der Region ausgeführt. Trotz Arbeitspensum bleibt viel Zeit und Raum in der Gruppe für Kreativität. Ein Brennofen für Glasarbeiten steht im Raum. Gruppenleiter Willi Vergossen gestaltet mit den Mitarbeitern immer wieder neue und interessante Glasarbeiten. Darunter sind mittlerweile auch viele Auftragsarbeiten. Bevor die junge FSJ’lerin ihr Studium bei der Bundeswehr antreten wird, genießt sie das soziale Jahr in der Lebenshilfe. Jeden Mitarbeiter ihrer Gruppe hat sie fotografiert und gestaltet mit der Gruppe individuelle Bilderrahmen. „Die Mitarbeiter mit Behinderung haben mich schnell aufgenommen. Vor allem beeindruckt mich die Ehrlichkeit und das Vertrauen der Menschen mir gegenüber.“


Der freiwillige Einsatz der jungen Menschen in der Lebenshilfe sei unbezahlbar, sagt Trudy Steffens, Betriebsstättenleiterin Pädagogik in der Lebenshilfe-Werkstatt. „Die jungen Menschen bringen jedes Jahr aufs Neue einen frischen Wind in unsere Werkstatt. Und nicht wenige entscheiden sich schließlich für eine Ausbildung zum Heilerziehungspfleger. So sind viele Kolleginnen und Kollegen über den Zivildienst oder das FSJ zur Lebenshilfe gekommen und engagieren sich bis heute für Menschen mit Behinderung.“

Wir suchen FSJ’ler für 2016/2017

  • Mehr als 70 junge Menschen zwischen 16 und 26 Jahren absolvieren jedes Jahr ihr Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) oder den Bundesfreiwilligendienst (BFD) in der Lebenshilfe Heinsberg.
  • Beim Bundesfreiwilligendienst gibt es keine Altersbegrenzung. Teilnehmer ab 27 Jahren haben die Möglichkeit, ihn in Voll- oder Teilzeit (mind. 20,00 Stunden/ Woche) auszuüben.
  • Die Einsatzmöglichkeiten in der Lebenshilfe sind vielfältig: Das FSJ oder der BFD sind möglich in der Frühförderstelle, in den Kindertagesstätten, in den Wohnstätten oder in den Werkstattbetrieben der Lebenshilfe Heinsberg.
  • Das FSJ dauert mindestens 6, in der Regel 12 und maximal 18 Monate.

 

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Sarah Körver, Telefon 02452-969 236 oder Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

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Silvia Esser, Agi Mühlenberg, Steven Wolter und Ralf Schmidder freuen sich: Seit Dezember 2015 hatten die Werkstatt-Mitarbeiter Fliesen zerkleinert und die einzelnen Teile zu einem farbenfrohen Mosaik zusammengefügt, das rechtzeitig zum Lebenshilfe-Jubiläum fertiggestellt wurde. Die Schreiner um Daniel Scheeren brachten das Werk nun im Durchgang zu Betrieb 1 an. Die Projektleiter Eva Bachmann und Dietmar Schneider überreichten den Mitarbeitern als Dankeschön eine beschriftete Kachel, Tischsets und Fotos vom Projekt.

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Über 50 Personen waren im Restaurant "Am Bolleberg" in Waldfeucht zusammengekommen, um gleich zwei Jubiläen zu feiern: Vor 30 Jahren – 1986 - wurde die Lebenshilfe-Wohnstätte in Birgden in Betrieb genommen und im gleichen Jahr wurde die jetzige Wohnstätten-Leiterin Ute Seifert eingestellt. Bei einem festlichen Menu tauschten Bewohner und Angestellte Erinnerungen aus und gedachten denn Mitbewohnern, die in den vergangenen Jahren verstorbenen sind. Agi Palm und Jakob Winkels vom Vorstand der Lebenshilfe sowie Geschäftsführer Edgar Johnen hatten ein Geldpräsent mitgebracht und alle Anwesenden erhielten eine eigens angefertigte Jubiläumsbroschüre. Für „Geburtstagskind“ Ute Seifert gab es noch eine besondere Überraschung: Bewohner und Angestellte hatten als Geschenk ein wunderschönes Gemälde angefertigt, das nun einen Ehrenplatz erhält: „Danke dafür, dass ich euch 30 Jahre lang begleiten durfte. Ihr seid ein großes Stück meines Lebens, und darüber bin ich sehr froh!“