Wie im letzten Jahr fanden die Ferienspiele des Familien unterstützenden Dienstes (FUD) der Lebenshilfe Heinsberg erneut auf dem Gelände der Grundschule in Haaren statt. Über 30 Kinder mit und ohne Behinderung – davon 12 aus dem Schulzentrum der Gemeinde Waldfeucht – nahmen teil und nutzten die zahlreichen Sport- und Bewegungsangebote. 15 Assistenten des FUD unter Leitung von Janine Kretschmann hatten ein abwechslungsreiches Programm vorbereitet und begleiteten und unterstützten die TeilnehmerInnen. Von Geschicklichkeitsspielen, Judo, Fußballturnier, Kletterfelsen bis zu Schokokuss-Essen-Wettbewerb reichten die Aktivitäten, an denen die Kids begeistert teilnahmen. Am letzten Tag nahm sich auch Bürgermeister Heinz-Josef Schrammen viel Zeit für einen Besuch, spielte mit den Kindern und machte sich ein Bild von der guten Stimmung vor Ort. „Die Grundschule hier in Haaren ist perfekt geeignet für diese Ferienspiele. Alles, was nötig ist, ist vorhanden, von der Küche über die Turnhalle bis hin zu einem attraktiven Außenbereich. Das ist jetzt das zweite Mal, dass die Ferienspiele des FUD hier stattfinden. Die Zusammenarbeit mit der Lebenshilfe klappt hervorragend. Deshalb werden wir diese Maßnahme wohl auch in Zukunft gemeinsam anbieten“.

„Kein Tag ist wie der andere“, sagt Rebecca Kreutzer, „aber die Herzlichkeit ist jeden Tag zu spüren!“ Rebecca Kreutzer arbeitet seit zwei Jahren beim ambulanten Pflegedienst der Lebenshilfe Heinsberg. Ihre Aufgaben sind vielfältig, ihr Klientel auch. Mit dem weißen Ford Ka der Lebenshilfe besucht die junge Altenpflegerin jeden Tag Menschen mit und ohne Behinderung und übernimmt die häusliche Pflege. Sie ist Gesprächspartnerin und schaut nach dem Rechten. Für sie steht der Mensch im Mittelpunkt, nicht die Pflegeleistung. Dass die Dienstzeiten klar vorgegeben sind, Schichten nicht ständig wechseln und Doppelschichten erst gar nicht verlangt werden, findet Rebecca richtig gut. Dass sie ihre Arbeitszeitwünsche für die kommenden Wochen in einem Wunschbuch eintragen kann, ist für sie ein großartige Sache: „So kann ich Arbeit und Freizeit in Einklang bringen!“ Die gute Atmosphäre im Team ist für ihre Kollegin Jennifer Siekierka ebenfalls ein wichtiger Aspekt. “Wir sind ein junges Team, wir mögen uns und können im Kollegenkreis über unsere Probleme und Herausforderungen sprechen.“ Schließlich sei jeder in seiner täglichen Arbeit meist alleine unterwegs, da sind der regelmäßige Austausch und das Vertrauen untereinander umso wichtiger.

Rebecca Kreutzer begleitet Anneliese Schulz und ihren Partner Hans-Werner Jeworutzki

Auch die gelernte Altenpflegerin Sophie Wolters wollte nach ihrer Ausbildung unbedingt bei der Lebenshilfe arbeiten, die sie schon in jungen Jahren kennen gelernt hat. „Bereits in meinem Freiwilligen Sozialen Jahr habe ich die Arbeit und das Zusammenleben mit Menschen mit Behinderung in der Lebenshilfe kennen gelernt. Die Atmosphäre und die Begegnungen in der Werkstatt für behinderte Menschen haben mich geprägt. Da wollte ich unbedingt hin zurück!“ Nach ihrer Ausbildung hat sie sich gleich beworben und gehört seit einem Jahr zum Pflegedienst-Team. Sie wurde nicht „ins kalte Wasser geworfen“ sondern in Ruhe eingearbeitet, betont Sophie Wolters und kann regelmäßig aus einem breiten Angebot Fort- und Weiterbildungen wahrnehmen. So professionalisiert sie sich immer weiter mit Unterstützung ihres Arbeitsgebers.

 

Sophie Wolters: Bewusst für die Lebenshilfe entschieden!

Dass die Lebenshilfe im Rahmen des Betrieblichen Gesundheitsmanagements auch Entspannungs-, Massage- und Sportangebote oder eine psychologische Beratung für Angestellte bereithält, findet sie besonders wertvoll: „Wo findet man schon ein so breites Zusatzangebot für Angestellte?“
Martine Gouder de Beauregard leitet den Pflegedienst der Lebenshilfe Heinsberg. Sie hat jahrelange Praxiserfahrung und legt auch heute Wert darauf, trotz der vielfältigen Organisation des Pflegedienstes in der Praxis zu arbeiten und die Pflege mit zu übernehmen. Sie weiß, worauf es auf beiden Seiten ankommt. „Der Mensch steht im Mittelpunkt, sowohl als Patient wie als Pfleger. Wir nehmen uns Zeit, den Menschen in seiner täglichen Pflege zu begleiten. Wir sind für ihn Ansprechpartner und zuverlässiger täglicher Begleiter – rund um die Uhr. Wir nehmen uns aber auch Zeit für jeden einzelnen unseres Teams. Wir schauen genau hin, wer zu uns passt und wollen gemeinsam unsere vielfältige Arbeit gestalten!“

Der Pflegedienst der Lebenshilfe Heinsberg begleitet Menschen mit und ohne Behinderung in der häuslichen Pflege und übernimmt vielfältige Aufgaben, von der Hilfestellung im Haushalt oder der Körperpflege bis zur Ausführung ärztlicher Verordnungen mit Rufbereitschaft rund um die Uhr. Spezialisiert hat sich der Pflegedienst auf die Begleitung von Kindern mit Behinderung sowie die Pflege dementiell erkrankter Personen. Mehr Informationen bieten Pflegedienstleiterin Martine Gouder de Beauregard sowie Stellvertreterin Justyna Hajok: 02452-969760. Hier gehts zu den Stellenangeboten.

Bernd Jansen mit seinen Pflege-Assistentinnen Jennifer Siekierka, Sophie Wolters und Rebecca Kreutzer (v.li.)

 

 

In den vier Betrieben der Werkstatt für behinderte Menschen bietet die Lebenshilfe Heinsberg regelmäßig verschiedene Sport- oder Bewegungsmöglichkeiten an. Da reicht die Palette von Schwimmen, Turnen, Walken, Fußball oder Tanzen bis zu Rollisport und Stuhlgymnastik. Drei Sport- und Gymnastiklehrerinnen sorgen unter fachlicher Anleitung für viele abwechslungsreiche und interessante Angebote. Im Vordergrund stehen hier Erhalt und Ausbau der Mobilität. Als wertvoller Ausgleich zum Arbeitsalltag wird Freude an Bewegung vermittelt, Ausdauer und motorische Fähigkeiten gefördert. Ein besonderes Angebot außerhalb der Räumlichkeiten der WfbM findet stets montags und mittwochs für jeweils 1,5 Stunden statt. Dann fährt Sport- und Gymnastiktrainerin Isabell Roggen mit ihrer Sportgruppe nach Hückelhoven-Schaufenberg in „Ivo`s Fitness World“. Schon bei der ersten Anfrage 2012 zeigte sich Inhaber Ivo Petrovic offen für das Training in seinem Fitnessstudio für Menschen mit Behinderung. Auch nach 5 Jahren sei es immer noch schön zu erleben, wie unsere Mitarbeiter in diesem Studio empfangen werden: „Wenn wir ankommen, freuen sich alle, dass wir zum Training kommen und viele begrüßen uns mit Handschlag“, sagt Isabell Roggen. Dies sei nicht nur ein Zeichen gegenseitiger Wertschätzung, sondern auch gelebte Integration unter Sportsfreunden.

Peter Ackermann lebt seit 1983 in der Lebenshilfe-Wohnstätte in Wildenrath. Am 22. Juli feiert er seinen 80. Geburtstag. Gemeinsam mit Assistentin Janine Jansen blickt er auf sein ereignisreiches Leben zurück. Biografiearbeit ist Teil der pädagogischen Arbeit in der Lebenshilfe.


Sein kleiner Bruder hieß Valentin. Peter Ackermann erinnert sich noch gut an ihn. Ein kleines Bild seines Bruders hängt an der Wand. „‘S scho lange her“, sagt Peter Ackermann. Das Foto ist die einzige Erinnerung an seine Kindheit in Jugoslawien, wo er 1937 geboren wurde. Aufgrund eines frühkindlichen Hirnschadens hat Peter Ackermann eine geistige Behinderung. Als kleiner Junge erlebte er mit seiner Familie den Ausbruch des 2. Weltkrieges hautnah. Auf der Flucht vor der deutschen Besatzungsmacht wurden seine Eltern getrennt. Gemeinsam mit seiner Mutter Susanna wurde er gefangen genommen und kam in ein Internierungslager. „Die Zeit damals muss sehr hart gewesen sein“, glaubt Assistentin Janine Jansen, die Peter Ackermann seit einigen Jahren in der Lebenshilfe-Wohnstätte begleitet. Sie hat dessen Lebenslauf in einer Biografie-Mappe gesammelt und geordnet. „Die Mutter hat das Lager nicht überlebt. Gewalt, Hunger und täglicher Überlebenskampf haben Peter geprägt. Manchmal erinnert er sich an seine Kindheit. Dann spricht oder singt er auch auf jugoslawisch.“ Nach der Befreiung aus dem Lager wurde Peter Ackermann in einem Kinderheim aufgenommen, dort fand ihn kurze Zeit später sein Vater, der mittlerweile in Deutschland lebte und nach dem Krieg seine Familie in Jugoslawien suchte. Er nahm Peter zu sich nach Heinsberg-Schafhausen. So wurde Schafhausen seine zweite Heimat. Nachdem sein Vater erneut geheiratet hatte half der große Sohn mit, seine Stiefgeschwister Anna und Josef groß zu ziehen. 1975 erhielt Peter Ackermann einen Arbeitsplatz in der gerade eröffneten Werkstatt für behinderte Menschen in Oberbruch, und 1983 zog er in die Wohnstätte Wildenrath. Hier hat er viele Freunde und Bekannte, er kennt die Nachbarn, nimmt an den zahlreichen Dorfaktivitäten teil und hat bis heute einen engen Kontakt zu seiner Stiefschwester Anna.
„Biografiearbeit ist wichtiger Teil unseres pädagogischen Konzeptes in den Lebenshilfe-Wohneinrichtungen“, erläutert Christoph Cremers, Leiter Bereich Wohnen der Lebenshilfe Heinsberg. Gemeinsam mit Sonja Billmann, Supervisorin und Transaktionsanalytikerin hat er ein Konzept zur Erfassung der Lebensgeschichte von Bewohnerinnen und Bewohnern in den Lebenshilfe-Wohneinrichtungen entwickelt. „Biografiearbeit ist ein sehr aufwendiger Prozess, der - wenn möglich - auch die Ansichten und Erinnerungen der Angehörigen einbezieht. Die Kenntnis der Lebensgeschichte erleichtert Verständnis und Interpretation von Verhaltensmustern. Werte, Normen, Ansichten und Entwicklungen in unserer Gesellschaft spiegeln sich nicht nur in persönlichen Lebensgeschichten wider. Sie wirken sich auch auf individuelles Verhalten, persönliche Einstellungen und Auseinandersetzung mit dem Umfeld aus und sind somit Basis unserer pädagogischen Reflexionsarbeit“, erläutert Sonja Billmann.
Seine Geburtstagsfeier hat Peter Ackermann gemeinsam mit seiner Assistentin organisiert. Seine Geschwister, Mitbewohner, Nachbarn und Freunde sind zu einem Grillfest eingeladen. Was er sich wünscht? Natürlich dass alle kommen werden, "und was schönes zum Anziehen und eine Eistorte!" Für das große Fest hat Assistentin Janine ein jugoslawisches Geburtstagslied gesucht. Peter Ackermann strahlt, als er es hört und singt gleich mit. Das wird ein großes Fest!

Das Bistro inclusio in Erkelenz war wieder gut gefüllt bei der nächsten Ausgabe von „inclusio meets music“. Zum wiederholten Mal waren die Musiker und Musikerinnen von „Tonwerk“ zu Gast, die ihren Mix aus Latin, Tango, Swing, Pop und Folk zu Gehör brachten. Unterstützt wurde Sänger und Rezitator Wolfgang Klein dabei gewohnt textsicher von Daniel Stolz.