Herzlichen Glückwunsch!

Beim diesjährigen Sommerboulevard in Heinsberg hat Susanne Kandulski, Inhaberin von „Kalana - Wolle und mehr“ die Aktion "Heinsberg strickt für die Lebenshilfe" ins Leben gerufen. Ziel war es, einen möglichst langen Schal zu stricken, der dann um Bäume auf dem Außengelände der Kita Triangel in Oberbruch angebracht werden sollte. Zahlreiche Strickbegeisterte folgten dem Aufruf. Auch Rosi Icks und Annemarie Küppers, Bewohnerinnen der Wohnstätte Kirchhoven, beteiligten sich, gemeinsam mit Betreuerin Astrid Cüppers, an der Aktion. Nach getaner Arbeit konnte die Wohnstätte mit Stolz ca. 2 m Schal übergeben, der sich perfekt in die anderen gestrickten Teile einbinden ließ. Insgesamt sind 10 Meter Schal und 200€ für die Lebenshilfe zusammengekommen. Nun ziert der Schal eine Kastanie in der Triangel. Damit bleibt er auch im Winter garantiert „Grippefrei“.

Vertreter der Lebenshilfe Heinsberg diskutieren mit Bundestagsabgeordneten über geplanten Gesetzentwurf

 

„Wir sind der festen Überzeugung, dass der jetzt vorliegende Referentenentwurf zum Bundesteilhabegesetz, vor allen Dingen für Menschen mit schweren Behinderungen, zu massiven Verschlechterungen führen wird“, begrüßte Lebenshilfe-Vorsitzender Klaus Meier die Bundestagsabgeordneten Norbert Spinrath und Wilfried Oellers sowie zahlreiche Vertreter unterschiedlicher Gremien der Lebenshilfe. Die Lebenshilfe Heinsberg hatte die Politiker eingeladen, um über die aktuellen sozialpolitischen Entwicklungen im Rahmen des geplanten Bundesteilhabegesetzes zu diskutieren und davon zu überzeugen, dass das Gesetz in dieser Form nicht verabschiedet werden darf. Geschäftsführer Edgar Johnen stellte zunächst fünf exemplarisch ausgewählte Kritikpunkte am Gesetzentwurf vor, bevor Teilnehmer der Runde zu den einzelnen Themen zu Wort kamen. Martina Knieps, deren Tochter an Epilepsie erkrankt ist und in der Frühförderstelle der Lebenshilfe gefördert wird, legte dar, wie aus ihrer Sicht durch die Neuregulierung der Frühförderung die aktuellen NRW-Qualitätsstandards in Frage gestellt werden. „Die bundesweite Standardisierung von Diagnose- und Therapiequalität wird aufgeweicht, wenn länderspezifische Standards nach unten abweichen.“ Georg Meiers, Vertreter des Nutzerbeirates der Lebenshilfe Heinsberg, monierte die immer noch fehlende Verknüpfung des Bundesteilhabegesetzes mit der Inanspruchnahme von Pflegeleistungen für Menschen mit Behinderung in stationären Wohneinrichtungen. „Wir sind seit Jahren verwundert, dass Pflegebedürftigkeit von Menschen mit Behinderung mit einer kleinen monatlichen Pauschale in Höhe von 266€ unabhängig von der Pflegestufe abgefertigt wird. Dabei arbeiten Menschen mit geistiger Behinderung im Normalfall in einer Werkstatt für behinderte Menschen und zahlen somit auch automatisch Beiträge in die Pflegekasse ein. Man sorge sich, dass Menschen mit Behinderung bei zunehmender Pflegebedürftigkeit ihr Zuhause in einer Wohnstätte aufgeben müssen, da eine Finanzierung des Pflegeaufwandes im Rahmen der Eingliederungshilfe mit einer solch geringen Pauschale nicht angemessen sei. Auch in der Begleitung und Assistenz zur Umsetzung persönlicher Interessen und Hobbies sollen Menschen mit Behinderung zukünftig aus Kostengründen in Betreuungsangeboten „zusammengelegt“ bzw. „gepoolt“ werden, erläuterte Erich Kummer, dessen Schwester in einer Wohneinrichtung der Lebenshilfe lebt. „Kann ein Mensch mit Behinderung zukünftig nur seinen Interessen nachgehen, wenn andere Menschen mit Behinderung für die gleichen Interessen gewonnen werden?“ Karin Bonitz, deren Sohn mit Autismus in der Werkstatt der Lebenshilfe arbeitet, sorgt sich um dessen berufliche Zukunft. „In Nordrhein-Westfalen können auch Menschen mit schwerer Behinderung die Werkstatt für behinderte Menschen besuchen. Im Förderbereich der Lebenshilfe Heinsberg wird auch Menschen mit komplexer Behinderung die Teilhabe am Arbeitsleben ermöglicht. Diese Sicherheit wird uns mit dem Gesetzesentwurf genommen!“ Zudem sollen zukünftig andere Leistungsanbieter neben der anerkannten Werkstatt für behinderte Menschen Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung anbieten. „Laut Gesetzentwurf müssen Raumprogramm, Barrierefreiheit und Ausstattung nicht dem Standard einer Werkstatt entsprechen“, stellte Geschäftsführer Edgar Johnen fest. Marlon Ermler, Mitarbeiter in der Werkstatt für behinderte Menschen, fügte an, dass er als Rollstuhlfahrer wohl aus diesem Grunde abgewiesen werden könnte. Was in der Werkstatt selbstverständlich ist, werde jetzt in Frage gestellt. „Die Politik sollte besser den barrierefreien Zugang zum allgemeinen Arbeitsmarkt fördern“, ergänzte Edgar Johnen. Norbert Spinrath und Wilfried Oellers zeigten sich sichtlich beeindruckt von den detaillierten Ausführungen der Mitarbeiter mit Behinderung und Angestellten. Sie versprachen, den Sommer zu nutzen, um sich in Berlin mit Kollegen und Fachvertretern zu beraten. Es sei klar, dass niemand eine Verschlechterung der Qualität bestehender Förderangebote für Menschen mit Behinderung wolle. Deshalb müsse es ihre Aufgabe sein, die Details des Gesetzesentwurfs zu prüfen und gegebenenfalls zu korrigieren. Die Lebenshilfe Heinsberg hat sich bundesweit vernetzt und eine Petition für eine Überarbeitung des Entwurfes zum Bundesteilhabegesetze gestartet. Die Petition kann online unter change.org unterzeichnet werden (direkter Link auf der Homepage der www.lebenshilfe-heinsberg.de unter Aktuelles)

„Sommer, Sand und Sterne“ hieß es im Café inclusio in Erkelenz. Unter diesem Motto präsentierte die Gruppe „tonwerk“ ein abwechslungsreiches Programm. Der Mix aus Folk-, Latin-, Tango-, Swing -oder Klezmerstücken – mit Gesang oder instrumental dargeboten - begeisterte die Zuschauer. Nach der Pause stieg noch einmal das Stimmungsbarometer, als „the voice“ Daniel Stolz bei einigen Stücken einstieg.

Mit dem Bundesteilhabegesetz und Pflegestärkungsgesetz III drohen massive Verschlechterungen für Menschen mit geistiger Behinderung – Petition startet heute

 

Berlin. „Bundesteilhabegesetz und Pflegestärkungsgesetz III können so nicht bleiben.“ Das teilt Ulla Schmidt mit, die Bundesvorsitzende der Lebenshilfe und Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages. „Das Reformpaket“, so Ulla Schmidt weiter, „enthält zwar einige Fortschritte, die auf langjährigen Forderungen der Lebenshilfe beruhen, aber die drohenden Verschlechterungen für Menschen mit geistiger Behinderung sind inakzeptabel. Besonders die Ausweitung des Ausschlusses von Leistungen der Pflegeversicherung ist eine Diskriminierung von Menschen, die als Versicherte Beiträge zahlen!“

Die Lebenshilfe mit ihren über 500 örtlichen Vereinigungen und 130.000 Mitgliedern startet daher heute eine bundesweite Protest- und Aufklärungskampagne und ruft dazu auf, eine Petition zu den Gesetzentwürfen zu unterzeichnen. Das Motto lautet #TeilhabeStattAusgrenzung; Ziel ist es, die Forderungen der Lebenshilfe für gute Teilhabe und Pflege den Abgeordneten und der breiten Öffentlichkeit deutlich zu machen. Ulla Schmidt: „Wir wissen, dass diese sozialpolitischen Großvorhaben für viele Außenstehende sehr kompliziert sind. Wir werden es jedoch nicht zulassen, dass am Ende die Schwächsten, die Menschen mit geistiger Behinderung, als Verlierer dastehen. Wir müssen allen klarmachen, was die Folgen dieser Gesetze sind. Und wir werden für ein Bundesteilhabegesetz kämpfen, das diesen Namen auch verdient!“

Das Bundesteilhabegesetz regelt die Eingliederungshilfe neu. Von den derzeit rund 860.000 Beziehern der Eingliederungshilfe hat die Mehrheit – über eine halbe Million – eine geistige Behinderung. Bleibt die Reform so, wie sie ist, hat das laut der Lebenshilfe schwerwiegende Auswirkungen: Manche Menschen mit geistiger Behinderung müssen fürchten, ganz aus dem Hilfesystem herauszufallen. Anderen droht, dass sie gegen ihren Willen mit anderen zusammen wohnen müssen oder in Pflegeeinrichtungen abgeschoben werden. Wieder andere müssen bangen, ihr Zuhause zu verlieren, weil ihre Wohnstätte nicht mehr ausreichend finanziert wird und schließen muss.

 

Die Lebenshilfe fordert daher, dass …

  1. …  Menschen mit Behinderung und Pflegebedarf künftig nicht von den Leistungen der Pflegeversicherung ausgeschlossen werden. Umgekehrt darf ihnen auch nicht die Eingliederungshilfe verwehrt werden, weil sie neben ihrer geistigen Behinderung  einen Pflegebedarf haben. Sie brauchen für Teilhabe beide Formen der Unterstützung. Der Verschiebebahnhof zwischen Eingliederungshilfe und Pflege muss aufhören!
  2. … der Zugang zu den Leistungen der Eingliederungshilfe nicht so begrenzt wird, dass Menschen, die in weniger als fünf Lebensbereichen Einschränkungen aufweisen, von den Leistungen ausgeschlossen werden. Eine solche Hürde ist zu hoch!
  3. … Menschen mit Behinderung nicht gezwungen werden können, gemeinsam mit anderen Leistungen in Anspruch zu nehmen. Das ist das Gegenteil von Selbstbestimmung und führt zu Ausgrenzung statt Teilhabe!
  4. … die Kosten der Unterkunft für das Wohnen in Wohnstätten nicht willkürlich begrenzt werden. Wenn das Wirklichkeit wird, droht vielen Wohnstätten für Menschen mit geistiger Behinderung das finanzielle Aus, und die dort lebenden Menschen verlieren ihr Zuhause!
  5. … auch Menschen mit einer geistigen Behinderung nicht von den verbesserten Regelungen zur Heranziehung ihres Vermögens ausgeschlossen werden. Sie haben ein Recht auf ein Sparbuch!

 

Hier gibt es die Petition der Lebenshilfe #TeilhabeStattAusgrenzung