„Inklusion ist seit langem selbstverständlicher Bestandteil unserer Arbeit, schließlich begleiten wir tagein tagaus Menschen mit Behinderung bei ihrer Teilhabe an der Gesellschaft.“ Die Sozialarbeiterin Eva Bachmann ist damit betraut, die Kontakte und Kooperationen zwischen Außenpartnern und der Werkstatt für behinderte Menschen der Lebenshilfe Heinsberg eV zu gewährleisten. Zum Stadtfest möchten Mitarbeiter der Lebenshilfe-Werkstatt einen Tag in Heinsberger Geschäften hospitieren. Auf eine erste Anfrage hin war die Resonanz erfreulich. „Ich war überrascht, wie viele Geschäftsinhaber im Heinsberger Gewerbe- und Verkehrsvereins sich dem Thema öffneten und sich an dem Projekt beteiligen wollten“, sagt Eva Bachmann. „Besonders schön finde ich, den Umgang zu beobachten, die Art und Weise, wie die Angestellten in den Geschäften mit unseren Mitarbeitern umgehen“, sagt die junge Frau, die ihre „Schützlinge“ vor Ort begleitete. Denn vor dem Stadtfest war ein erster Tag des gegenseitigen Kennenlernens anberaumt. Insgesamt 17 Heinsberger Geschäfte ermöglichen 19 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus der Lebenshilfe-Werkstatt einen Hospitanten-Tag. Eine davon ist Ellen Wolf, die sich schon in kürzester Zeit im Cafe „bagett“ wohlfühlte. Vom Chef Michael Fritsch „gebrieft“, bediente sie schon nach wenigen Minuten die Gäste mit leckeren Baguettes und heißen Getränken. Fritsch, begeistert: „ Es ist so, als wenn sie schon lange Bestandteil unseres Teams ist.“ Derweil saßen Arndt Jaeger und Patrick Schachtebeck mit ihrer Betreuerin Karin Kampel bei Bäcker Dick in der Hochstraße.

Jürgen Dick, zweiter Vorsitzender des G&V, war die Idee, die an ihn herangetragen wurde, nicht neu. „Schon vor fünf Jahren haben wir ein ähnliches Projekt durchgeführt, damals mit der Wohnstätte der Lebenshilfe in der Geilenkirchener Straße.“ So standen jetzt bei ihm quasi schon die Türen offen: Die beiden jungen Herren werden zum Stadtfest einen Tag im BackCafe in der City hospitieren. „Ob sie schon aufgeregt seien?“, wollten wir wissen. „Nein, aber wir freuen uns!“, sagt Arndt Jaeger spontan. Auch für Patrick Schachtebeck, der sich ansonsten im Betrieb 3 der Lebenshilfewerkstatt mit Montage- und Verpackungsarbeiten beschäftigt, ist es eine willkommene Gelegenheit, seinen „Traumberuf“ hautnah kennenzulernen. „Ich wollte immer schon beim Bäcker arbeiten, habe mich aber nie getraut das zu sagen. Ich bin gespannt, wie das geht, mit dem Brot- und Torten backen.“ Bäckermeister Jürgen Dick freut sich: „Unsere Besucher werden beim Stadtfest erfahren, dass man Inklusion von beiden Seiten leben kann. Ich zum Beispiel, bin von der Lebenshilfe-Band „Workshop“ inkludiert worden, man hat mich als Musiker in der Band aufgenommen, was mich sehr freut.“ Ein weiteres Beispiel zeigt zum Stadtfest die Buchhandlung Gollenstede. Hier hospitiert Christian Thesling. Er lernt am Stadtfest-Sonntag den Alltag einer Buchhandlung kennen. „Ich will das mal aus Neugier ausprobieren,“ sagt der junge Mann, „ich möchte einfach wissen, ob ich das schaffe.“

Dabei hat er ein wenig Angst vor den vielen Menschen, da dies eine neue Erfahrung für ihn sein wird. Aber sein Mut ist größer und so stellt er sich seiner selbst gewählten Aufgabe. Seit vielen Jahren beschäftigt sich Christian mit Zeichnen und Malen, und widmet sich gerne Porträts und Mangas. Eine stille, konzentrierte Beschäftigung. Jetzt aber möchte er sich einer neuen Erfahrung stellen. „Nach dem Stadtfest möchte ich das Gefühl haben, ich habe es geschafft. Vor allem, mich einmal mit vielen Menschen zu konfrontieren“, sagt der junge Mann, dessen fester Händedruck zum Abschied verrät: „Er meint es ernst.“ Günter Kleinen

 

Mit 7000 DM begann die Geschichte des Indienhilfswerks im Jahr 1976. Diese Summe wurde damals dem Inder R.S. Kannan zur Verfügung gestellt, um ein Projekt, ähnlich der Lebenshilfe Heinsberg in Madras (heute Chennai), ins Leben zu rufen. Dies ist nur eine von zahlreichen Erfolgsgeschichten, die das Indienhilfswerk in 40 Jahren geschrieben hat. Aus Anlass des Jubiläums ist in der Niederlassung der Kreissparkasse in Heinsberg eine Ausstellung mit Fotos und Dokumentationen über die langjährige Arbeit des Vereins eröffnet worden. Bis zum 16. September kann die Ausstellung zu den normalen Öffnungszeiten der Bank besucht werden. Beim Heinsberger Stadtfest wird der Verein am verkaufsoffenen Sonntag mit einem Stand vor der Sparkasse vertreten sein. Auch dann kann die Ausstellung im dortigen Foyer besichtigt werden.

 

Oscar Wildes Märchen bildete die Grundlage für eine –Live-Aufführung der besonderen Art auf dem Reiterhof der Ratheimer Reittherapeutin Ruth Adams. 28 Akteure im Alter zwischen vier und siebenundzwanzig Jahren - darunter auch einige Kinder der „Interdisziplinären Frühförder- und Beratungsstelle“ , die hier regelmäßig heilpädagogisches Reiten betreiben, - samt Ponys und Pferden begeisterten die Zuschauer mit der Geschichte vom Riesen, der spielende Kinder aus seinem Garten vertreibt, was dazu führt, dass ewiger Winter Einzug hält. Aber die Kinder geben nicht auf…

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„Kunst als professionelle Arbeit in Werkstätten für behinderte Menschen, das gibt es noch nicht sehr häufig in Deutschland. Wozu das führen kann, sehen Sie hier in dieser Ausstellung…“ Lebenshilfe-Geschäftsführer Edgar Johnen betonte in seiner Begrüßung die Professionalität und Kreativität der beteiligten KünstlerInnen aus Aachen, Bad Dürkheim und Köln. Zahlreiche Besucher staunten bei der Eröffnung der Ausstellung „Vogel-Frei“ über die Vielfalt und hohe Qualität der ausgestellten Werke. Die Ausstellung läuft bis zum 25.9.2016. Geöffnet Di-Sa. 14-17 Uhr

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Auch in diesem Jahr richtete der Familien unterstützenden Dienst der Lebenshilfe wieder Ferienspiele auf dem Jugendzeltplatz in Süsterseel aus. Unter dem Motto „Die zauberhafte Welt von Disney“ konnten sich rund 35 Kinder im Alter zwischen 6 und 18 Jahren nach Herzenslust austoben und in Gemeinschaft eine Menge spannender Dinge erleben. Es drehte sich alles um das Thema Walt Disney: Ob Prinzen oder Prizessinnen, ob Helden oder Bösewichte, ob Menschen oder ob Tiere, zwei Wochen lang tauchten die Kinder in das Disney-Universum mit den bekanntesten Filmen und Figuren. Es wurde nicht nur gebastelt, geschminkt, gespielt und getanzt, sondern auch Erlebnisse in der Natur gemacht. Der am Rande eines Waldgebietes gelegene Jugendzeltplatz war idealer Ausgangspunkt und Austragungsort für abenteuerliche Erkundungstouren, eine Olympiade und Schatzsuche. Weitere Highlights waren die Verwandlung des Platzes in ein großes Freilichtkino mit großer Leinwand, Popkorn und Chips sowie ein Ausflug in die Kinderstad Heerlen mit jede Menge Attraktionen wie Wildwasserbahn, Tretbootfahren, große Trampoline, mehrere Karussells und Mini-Autoscooter, Riesenrutschen und Abenteuer-Labyrinth. Höhepunkt und gleichzeitig gemütlicher Abschluss der Freizeit waren ein gemütlicher Grillabend mit anschließender Übernachtung auf dem Jugendzeltplatz.