43 Jubilare hatte die Lebenshilfe Heinsberg ins Restaurant „Zur Post“ in Orsbeck eingeladen. „Wenn das kein Grund zum Feiern ist“, begann Vorstandsmitglied Heinz-Willi Jansen seine Begrüßung, „die einen von Euch haben 40 Jahre – sozusagen ein halbes Leben lang - für die Lebenshilfe gearbeitet und gehen bald in die wohlverdiente Rente und die anderen sind immerhin schon 25 Jahre dabei. das ist ja auch kein Pappenstiel. Darauf könnt Ihr, genauso wie wir vom Vorstand und von der Werkstattleitung, wirklich stolz sein.“ In Anwesenheit eines der Gründerväter und des Ehrenmitglieds der Lebenshilfe Heinsberg, Heinz Schmitz, überreichte Heinz-Willi Jansen den Jubilaren gemeinsam mit den Vorstandsmitgliedern Agi Palm und Jakob Lieck, Gutscheine, Kuscheldecken mit eingraviertem Namen sowie Urkunden und Vereinsnadeln. Ein leckeres Mittagsmenu schließlich rundete den Festtag ab. Geehrt wurden für 40jährige Tätigkeit: Renate Albat, Jörg Bauerfeind, Willi Doppstadt, Johann Geradts, Erich Görigk, Maria Höpfner, Peter Kofferath, Karl-Heinz Krone, Annemarie Küppers, Roland Roos, Edeltraud Steinberg, Frank Vogel, Hans-Josef Voß, Katharina Windeck. 25 Jahre bei der Lebenshilfe sind: Theo Aufsfeld, Detlef Bohnen,Walburga Brendt, Elke Buhrig, Nicole Corsten, Sabine Esser, Franz-Josef Haselhorst, Beatrix Heffels, Carmen Herle, Frank Hermanns, Irma Hülsen, Udo Jakobs, Birgit Johnen, Silvia Josch, Elvira Kirsznik, Anke Kitzmann, Iris Küppers, Frank Küppers, Doris Küven, Hilde Malms, Mike Mix, Guido Muckel, Sven Nickel, Leonard Schiffgens, Ralf Schöbben, Ingrid Spelling, Anja Stam, Matthias Stauch, Frank Winkens

Das neue Verlagsprogramm der Lebenshilfe Bundesvereinigung ist jetzt auch online erschienen. Hier gehts zum Programm. Die Neuerscheinungen aus dem Lebenshilfe Fachverlag finden Sie auch in unserem Café Lesbar.

Die öffentliche Anhörung zum BTHG mit den Anträgen der Opposition im Bundestagsausschuss Arbeit und Soziales am Vormittag des 7.11.2016 lässt sich folgendermaßen auf den Punkt bringen: Das Gesetz soll kommen, damit es nicht für Jahre weiteren Stillstand in der Behindertenpolitik gibt, aber umfangreiche Nachbesserungen an dem vorliegenden Entwurf sind dringend erforderlich.

Die Expertinnen und Experten aller Fraktionen wurden zu einer Reihe von kritischen Punkten angehört. Es ist wahrscheinlich, dass dies die Punkte sind, zu denen aus den verschiedenen Fraktionen noch Änderungsanträge eingehen werden. Hierzu zählten:

  • die Schnittstelle der Eingliederungshilfe zur Pflege,
    • die Ausweitung des § 43 a SGB XI
    • Trennung der Leistungen
    • die Stärkung des Wunsch- und Wahlrechts und die Kritik an einer verpflichtenden gemeinsamen Inanspruchnahme von Leistungen
    • die Regelungen zu Einkommen und Vermögen
    • Form und Umfang und ggf. Ausweitung auf die Ausbildung des Budget für Arbeit
    • Schiedsstellenfähigkeit der Leistungsvereinbarungen
    • die Voraussetzungen für alternative Anbieter
    • eine Stärkung der Schwerbehindertenvertretung
    • die Erhöhung der Ausgleichsabgabe für Arbeitgeber
    • die Ausstattung einer unabhängigen Teilhabeberatung
    • die ÖPNV-Erstattung für die Freifahrt mit dem Schwerbehindertenausweis
    • die Verbesserung der Teilhabe in der Bildung
    • der Ausschluss von Asylbewerbern.

Somit sind wir weiterhin in der Interessenvertretung aktiv und sind mit unseren Forderungen ständig im Gespräch mit Abgeordneten – gut, wenn Sie auch vor Ort und auf Landesebene deutlich machen, wie wichtig die Forderungen sind. Die Kampagne über den Sommer hat eindrucksvoll gezeigt, wieviel Kraft die Lebenshilfe entfaltet und wie sie sich Gehör verschaffen kann!

Im Klassenraum gleich hinter der Bühne der Aula der Gemeinschaftsgrundschule Im Weidengrund in Ratheim wird man gleich von vielen Kindern freundlich begrüßt. Eigentlich gehen die drei- bis sechsjährigen noch nicht zur Schule, aber seit August ist die Gemeinschaftsgrundschule ihr neuer Kindergarten. „Wir fühlen uns hier richtig wohl und gut aufgehoben“, sagt Michèle de Greef. Sie koordiniert die inklusive Kindertagesstätte der Lebenshilfe Heinsberg, die seit dem Sommer vorübergehend zu Gast ist. Eigentlich sollte der Bau einer inklusiven Kindertagesstätte der Lebenshilfe Heinsberg in Ratheim bereits im Sommer abgeschlossen sein, aber negative Bodenproben am geplanten Baugrundstück verhinderten den Baustart. Für die bereits angemeldeten Kinder musste schnell eine Alternative gefunden werden. „Die Stadt Hückelhoven hat sich sehr für uns eingesetzt“, bedankt sich Agi Hirtz, Leiterin der Heinsberger Kindertagesstätte Triangel der Lebenshilfe Heinsberg. Gemeinsam mit ihrer Kollegin Birgit Roye hat sie die inklusive Kindertagesstätte Hückelhoven konzipiert. „Der große Klassenraum in der Gemeinschaftsgrundschule mit einem angrenzenden Außengelände ist eine ideale vorübergehende Lösung.“ Dass sie sich zudem Im Weidengrund richtig willkommen fühlen, betont Koordinatorin Michèle de Greef. „Die Schule und viele Privatpersonen haben uns zur Begrüßung Spielsachen geschenkt, wir können neben dem Klassenraum auch die Turnhalle mit benutzen und werden zu allen Schulfeierlichkeiten eingeladen.“ 20 Kinder, davon fünf mit Förderbedarf, werden nun jeden Tag im Weidengrund gemeinsam begleitet und gefördert. Im November wird aufgrund der vielen Anmeldungen bereits eine zweite inklusive Kita-Gruppe eingerichtet. Dafür muss die Schule mit den rund 170 Schulkindern noch ein wenig mehr zusammenrücken. „Aber wir helfen gerne!“ sagt Silvia Dahmen, stellvertretende Schulleiterin. Gemeinsam mit Schulleiter Heiner Pöppl hat sie für schnelle und unkonventionelle Hilfe gesorgt. Selbst die digitale Anbindung vom Klassenraum zum Server der Lebenshilfe für die tägliche Dokumentation wurde schnell und unkompliziert möglich gemacht. Und die Hausmeister der Lebenshilfe sicherten das Außengelände ab, damit auch im Freien gespielt werden kann. Das Verhältnis zu den Schulkindern ist ausgezeichnet: „Die Schulkinder gehen sehr rücksichtsvoll mit den Kitakindern um. Manche besuchen uns regelmäßig, und auch wir dürfen eine Schulklasse besuchen. Eine solche intensive Schulpartnerschaft wünscht sich jeder Kindergarten“, freut sich Michèle de Greef.

Spielerisch lernen in der Schule: Die Tafel im Hintergrund wird noch nicht so oft genutzt…Jenny Küsters spielt mit dem kleinen Lars Memory

Die Lebenshilfe Heinsberg fördert 110 Kinder mit und ohne Behinderung in inklusiven Kindertagesstätten in Heinsberg und Geilenkirchen. Mit dem Bau der Kindertagesstätte in Ratheim kommt die Lebenshilfe Heinsberg dem Wunsch der Stadt Hückelhoven nach, ihre pädagogische, soziale und individuelle therapeutische Arbeit mit Kindern mit und ohne Behinderung auch im Raum Hückelhoven anzubieten. Die Planungen für den Neubau der inklusiven Kita in Ratheim sollen bis Ende des Jahres abgeschlossen, die Fertigstellung zum nächsten Kindergartenjahr erfolgt sein


Berlin/Heinsberg. Während im Bundestagsausschuss für Arbeit und Soziales am Montag, 07.November eine öffentliche Anhörung zum Bundesteilhabegesetz stattfand, demonstrierten mehr als 7000 Menschen mit und ohne Behinderung aus ganz Deutschland am Brandenburger Tor für deutliche Nachbesserungen in den Gesetzesentwürfen zum Bundesteilhabegesetz und Pflegestärkungsgesetz III. „Wir dürfen nicht zulassen, dass Menschen mit geistiger Behinderung zu Verlierern dieser wichtigen Gesetzesvorhaben werden!“ sagte Ulla Schmidt, Bundesvorsitzende der Lebenshilfe und Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages, vor den Demonstranten. Unter dem Motto „Teilhabe statt Ausgrenzung“ hat die Lebenshilfe bundesweit zu einer Kundgebung vor dem Brandenburger Tor aufgerufen. Auch Agi Palm, Vorstandsmitglied der Lebenshilfe Heinsberg und stellvertretende Vorsitzende des Landesverbandes NRW sowie des Bundeselternrates der Lebenshilfe, sprach neben Ulla Schmidt vor den Demonstranten. Als persönlich Betroffene sorgt sie sich um die Zukunft ihrer Tochter mit Behinderung.

 

„Muss meine Tochter Melanie aus ihrer Wohnung ausziehen, in der sie seit acht Jahren mit Unterstützung des Persönlichen Budgets lebt und in ein Pflegeheim ziehen, weil der Hilfebedarf in der Pflege zukünftig nicht finanzierbar ist?“ fragt Agi Palm und fordert, dass Menschen mit schwerer Behinderung auch in Zukunft selbst entscheiden dürfen, ob sie in ihrer eigenen Wohnung mit der Familie, Freunden, in einer ambulant betreuten Wohngemeinschaft oder in einer Wohneinrichtung für Menschen mit Behinderung leben möchten. Sowohl das Bundesteilhabegesetz als auch das Pflegestärkungsgesetz III werden im vorliegenden Entwurf Einschnitte in der Selbstbestimmung bringen. „Die Trennung zwischen Eingliederungshilfe, Leistungen zur Existenzsicherung sowie zur Pflege oder auch die Idee eines „Poolens“ bzw. Zusammenlegens von Leistungen für mehrere Klienten wird zu einer radikalen Systemumstellung für Menschen mit Behinderung und auch für stationäre Wohneinrichten der Behindertenhilfe führen“, so Agi Palm. Kosten für eine Unterkunft in einer Wohneinrichtung für Menschen mit Behinderung dürfen mit Einführung der neuen Gesetze nicht willkürlich begrenzt werden, zumal durch eine Vielzahl von Vorschriften und Auflagen im Hinblick auf Arbeitssicherheit, Brandsicherung, Hygiene sowie der Auflagen durch die Behörde des Wohn- und Teilhabegesetzes (ehemals Heimaufsicht) die Unterkunftskosten höher sind als bei einer Privatwohnung.
Ulla Schmidt übergab schließlich genau 151.698 Unterschriften an die Vorsitzende des Ausschusses für Arbeit und Soziales, Kerstin Griese, MdB, und den Vorsitzenden des Gesundheitsausschusses, Dr. Edgar Franke, MdB.

Zu den Forderungen der Lebenshilfe gibt es im Internet unter www.teilhabestattausgrenzung.de weitere Informationen – auch in Leichter Sprache.