Lokalzeit Aachen: Ein WDR-Beitrag zum Jubiläum der Lebenshilfe - unerwartet bereits früher ausgestrahlt. Vielen Dank an alle, die beim Dreh am Montag mitgemacht haben!

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Vier Millionen Mark! Eine unvorstellbare Summe. Größer als jeder Lottogewinn,von dem die beiden Väter da am Küchentisch je gehört hatten. Und die Summe wurde nicht kleiner, da konnten Karl Labonde und Jürgen Rosenthal gemeinsam mit ihrem Mitstreiter Leo Schmitz noch so oft nachrechnen. Das hatten sie nicht nur an diesem Abend schon etliche Male getan. Die Ehefrauen schauten ihren Gatten zu und schüttelten die Köpfe. Eine solche Summe zu stemmen – das schien unmöglich. Vor allem, wenn man weder nennenswerte Ersparnisse noch sonstiges Eigentum aufweisen kann. Anfangs war ihnen auch Unverständnis entgegengeschlagen. Ob das nicht eine Nummer zu groß sei.

1960er: Jürgen Rosenthal

 

 

 

Ob man denn eine Werkstatt bräuchte und „können die denn arbeiten?“ Daran hatten sich die beiden Ehepaare längst gewöhnt. Noch gewöhnen mussten sie sich an die Summen, mit denen plötzlich gerechnet werden musste. Vier Millionen! Doch warum sollten sie sich ins Bockshorn jagen lassen von Zahlen? Es war an der Zeit, dass endlich jemand aufstand, um die Zukunft zu gestalten. Und ja: Ein bisschen verrückt musste man schon sein, um damit zu beginnen. Schließlich ging es um nicht weniger als die ersten Schritte in ein selbstbestimmtes Leben. Waren sie nicht verpflichtet zu handeln und das Beste für ihre Kinder zu erreichen? Für ihre eigenen und die vielen geistig oder körperlich behinderten Kinder, die mit dem Stempel „schwachsinnig“ aussortiert worden waren? Beruhigen konnten sie sich immerhin damit, dass der Bau schließlich gefördert wurde und sie ja „nur“ 20 Prozent der Summe als Eigenanteil durch Bürgschaften aufbringen mussten. Achthunderttausend klang schon viel weniger hoffnungslos. Der Bau wurde realisiert! Nicht nur das: Zahlreiche Förder- und Großbauprojekte für Kinder und erwachsene Menschen mit Behinderung folgten – Kindertages- und Wohnstätten sowie weitere Werkstattbetriebe. Die gesamte Entwicklung des Vereins prägte Jürgen Rosenthal als Geschäftsführer bis zu seinem Ruhestand 1999 maßgeblich mit. Sein Name ist bis heute untrennbar verbunden mit der Lebenshilfe Heinsberg.

 

    

50 Jahre - 50 Geschichten

...von Menschen, die fünf Jahrzehnte Vereinsgeschichte mitgestaltet haben. Zusammengefasst in einem Buch, das ab 29.Januar 2016 in den Cafés der Lebenshilfe Heinsberg sowie im neuen Servicepunkt am Lebenshilfe Center in Oberbruch und auch in der Buchhandlung Gollenstede in Heinsberg erhältlich ist. Finanziert mit Unterstützung der Kreissparkasse Heinsberg. Schutzgebühr 5 Euro. Mit den Einnahmen werden neue Freizeit- und Bildungsangebote für Menschen mit Behinderung finanziert.

 

 

„Als ich geboren wurde, hatte ich Pech“, sagt Josef Giebel. Eine Eierstockentzündung seiner Mutter während der Schwangerschaft führte zu einer Unterversorgung des Jungen und zu seiner spastischen Behinderung. Zu allem Überfluss machte sich die Mutter nach seiner Geburt aus dem Staub. Jahre später machte er sie in Berlin ausfindig. „Doch als ich sie anrief, hat sie mir mit der Polizei gedroht“, berichtet er. „Sie hat sich wohl für mich geschämt. Dabei ist eine Behinderung kein Grund zur Schande!" 1978 zog Josef Giebel in die erste Wohnstätte der Lebenshilfe in Wildenrath. Drei Jahre zuvor erhielt er einen der ersten Arbeitsplätze in der neu errichteten Werkstatt für behinderte Menschen in Heinsberg-Oberbruch: „Wir haben uns im Speisesaal versammelt und dann wurde rausgepickt, wer wofür geeignet war.“ So begann Josef Giebels Arbeit bei der Lebenshilfe. Das war am 3. November 1975. Es gab pro Woche zehn Mark für die Arbeit, das hieß „Beschäftigungstherapie“. Da kam er sich nicht wirklich ernst genommen vor. Er und seine Kollegen mussten die Betreuer siezen, wurden aber geduzt. „Das hat uns nicht gefallen, denn wir haben gesagt: Gleiches Recht für alle!“ Darum kümmern musste sich aber jeder selbst, damals gab es in der Werkstatt noch keinen Betriebsrat oder Gruppensprecher.

1970er: Josef Giebel (li.) bei einer Spendenübergabe zu Gunsten der Wohnstätte Wildenrath
1980er: Freizeitangebote in der Wohnstätte Wildenrath (rechts Josef Giebel)
1980er: Wochenende im Garten der Wohnstätte Wassenberg
1980er: Josef Giebel beim Karneval in der Lebenshilfe
1970er: Josef mit Mitbewohnern im Innenhof der Wohnstätte Wildenrath
1970er: Feiern in der Wohnstätte
1990er: Josef mit Arbeitskollege in der Metallverarbeitung der Lebenshilfe-Werkstatt
2000er: Josef mit Mitbewohnern auf der Terrasse der Wohnstätte Wassenberg, kurz vor dem Umzug nach Erkelenz
2000er: Josef Giebel referiert in der Universität Köln über die Anfänge der Lebenshilfe Heinsberg aus seiner Sicht
2010er: Josef Giebel in seiner neuen Wohnung in Erkelenz mit Freundin Doris Doktor
1970er: Josef Giebel (5.v.re.) auf Betriebsausflug mit Kollegen

„Ich war ein richtiges Arbeitstier“, erinnert sich Josef. Und so hat er sich schnell hochgearbeitet, hat auch den Gabelstapler gefahren. Denn früher war er körperlich noch beweglicher. Durch die Arbeit hatte er zum ersten Mal ein Gefühl von Freiheit. Was er tat war wichtig und vor allem war es Geld wert. „Das war keine Beschäftigungstherapie mehr, das war Arbeit, echte Arbeit“, betont er. Er erinnert sich gerne an die Anfangszeit in der Werkstatt. Freitags gab es immer die Lohntüte, zuerst jede Woche, dann einmal im Monat. Ihm hat das immer gefallen. Er hat auch als Einziger noch die Lohntüte in Empfang genommen, als die anderen längst Bankkonten hatten. „Ich wollte kein Konto, hatte das Geld lieber bar in der Tasche“, sagt er. „Da weiß man, was man hat.“ Doch 1992 war es dann auch für ihn soweit und die Lohntüte gehörte der Geschichte an. Die Arbeit wurde im Laufe der Zeit immer besser und anspruchsvoller. „Ab und zu vermisse ich die alten Zeiten“, sagt er. Von einem anderen Leben träumt er ab und zu. Denn wenn er nicht diese spastische Körperbehinderung hätte, wäre er bestimmt Musiker geworden. Mit seinem Leben bei der Lebenshilfe ist der 62-jährige zufrieden. „Hier habe ich Selbstbewusstsein und Selbständigkeit gelernt“, weiß er. „Hier kann ich so sein, wie ich bin. Und das ist gut so!“

 

    

50 Jahre - 50 Geschichten

...von Menschen, die fünf Jahrzehnte Vereinsgeschichte mitgestaltet haben. Zusammengefasst in einem Buch, das ab 29.Januar 2016 in den Cafés der Lebenshilfe Heinsberg sowie im neuen Servicepunkt am Lebenshilfe Center in Oberbruch erhältlich ist. Finanziert mit Unterstützung der Kreissparkasse Heinsberg. Schutzgebühr 5 Euro. Mit den Einnahmen werden neue Freizeit- und Bildungsangebote für Menschen mit Behinderung finanziert.

 

 

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Das Backlokal war wieder proppevoll: Zum fünften Mal hat Bäckermeister Jürgen Dick zur "Livesession" in sein Backlokal an der Industriestraße nach Heinsberg eingeladen. Neben der Black Bourbon Blues Band, in der Jürgen Dick die Mundharmonika spielt, traten auch Landgroover und more auf. In diesem Jahr sammelte Jürgen Dick Spenden für die Lebenshilfe: Anlässlich des 50. Jubiläums der Lebenshilfe Heinsberg erspielten die Musiker insgesamt rund 1000 Euro. Das Geld ist für die Lebsnhilfe-Band Workshop bestimmt. "Die Musiker haben nach mehr als zehn Jahren eine neue, hochwertige und auch barrierefreie Anlage angeschafft, die im Gegensatz zur schweren, alten Technik von allen Musikern mit auf- und abgebaut werden kann. Mit der tollen Spende wollen wir nicht nur das Equipment komplettieren sonern vor allem das individuelle Musikcoaching unserer Bandmitglieder auszubauen", erklärt Marco Roßkamp von Workshop. Natürlich spielte die Band selbst auch mit und begeisterte die Zuschauer mit eigenen Songs und kölschen Tönen.

Vielen Dank für so viel Engagement sagt die Lebenshilfe Heinsberg!

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Ein ereignisreiches Lebenshilfe-Jahr ist zu Ende gegangen. Einige Rückblicke auf 2015 haben wir noch einmal zusammengefasst. Vor allem die Fertigstellung des Neubaus an der Richard-Wagner-Straße in Oberbruch ist ein wichtiges Ereignis. Denn nach der rund zweijährigen Bauphase am Werkstatt-Betrieb 1 sind der Speisesaal und die Küche in Betrieb genommen. Verwaltung, Geschäftsstelle und EDV/IT sind wieder an einem Standort zusammengelegt. Und mit dem Lebenshilfe Center sind erstmals viele ambulante Dienste unter einem Dach zusammengefasst: Den Familien unterstützenden Dienst, die Interdisziplinäre Frühförder- und Beratungsstelle, das Autismuszentrum KompASS, die Schulassistenz, die Koordinierungsstelle Ehrenamt und auch das Büro des Freizeitclubs Treffpunkt finden Sie nun an der Richard-Wagner-Straße 5.

Wir danken allen, die sich auch in diesem Jahr für die Lebenshilfe Heinsberg - vor allem für Menschen mit Behinderung - engagiert haben! Wir wünschen einen guten Start ins neue Jahr - Gesundheit, Glück und Zufriedenheit!