Der Termin rückt näher: 9. bis 11. September 2016. Inklusives Stadtfest in Heinsberg. Erste Ereignisse werden schon die Schatten voraus, wie am letzen Montag Guildo Horn, der zu einer Stippvisite und Ankündigung seines Auftritts am 9.September die Lebenshilfe besuchte. Aber nicht nur Gesangs- und TV-Künstlern wird auf dem Stadtfest „eine Bühne“ geboten. Parallel zur Hochstraße soll sich von der Oberstadt bis zur Liecker Straße eine Künstler und Kunsthandwerker-Meile ziehen, die durch gastronomische Abwechslung aufgelockert werden soll. So planen die hier ansässigen Gastronomiebetriebe auch Außenaktionen, um die Besucher zum Verweilen einzuladen. Hauptanziehungspunkt für die Besucher sollen jedoch die Künstler bilden, die hier ihre Werke ausstellen und zum Verkauf anbieten. Der ursprünglich vorgesehene und bereits eingeladene Kreis der Künstler des Kreativ-Marktes der Lebenshilfe soll nun noch einmal „aufgestockt“ werden, in dem sich die Einladung an alle richtet, die sich mit Kunst und Kunsthandwerk beschäftigen. „Wir möchten, dass unser Inklusives Stadtfest wirklich alle berücksichtigt. Daher wenden sich der Gewerbe- und Verkehrsverein und die Heinsberg Card an alle, die sich künstlerisch betätigen und ihre Objekte und Werke einem großen Publikum zugänglich machen möchten“, so der vom G&V für Stadtmarketing Beauftragte Guenter Kleinen. „Die Teilnahmegebühren wurden für diesen Bereich des Stadtfestes, das heißt, für die Teilnehmer der Künstlermeile Apfelstraße, auf ein „Spenden-Niveau“ gesenkt, um zusätzliche Anreize zu schaffen…“ Wer die Heinsberger Stadtfeste kennt, weiß um die enormen Besucherströme, die die Stadt an dem Festwochenende bevölkern. Die kostenlosen Parkplätze in und um die City sind meist schon früh gefüllt, so dass sich ein früher Besuch empfiehlt.

„Inklusion ist seit langem selbstverständlicher Bestandteil unserer Arbeit, schließlich begleiten wir tagein tagaus Menschen mit Behinderung bei ihrer Teilhabe an der Gesellschaft.“ Die Sozialarbeiterin Eva Bachmann ist damit betraut, die Kontakte und Kooperationen zwischen Außenpartnern und der Werkstatt für behinderte Menschen der Lebenshilfe Heinsberg eV zu gewährleisten. Zum Stadtfest möchten Mitarbeiter der Lebenshilfe-Werkstatt einen Tag in Heinsberger Geschäften hospitieren. Auf eine erste Anfrage hin war die Resonanz erfreulich. „Ich war überrascht, wie viele Geschäftsinhaber im Heinsberger Gewerbe- und Verkehrsvereins sich dem Thema öffneten und sich an dem Projekt beteiligen wollten“, sagt Eva Bachmann. „Besonders schön finde ich, den Umgang zu beobachten, die Art und Weise, wie die Angestellten in den Geschäften mit unseren Mitarbeitern umgehen“, sagt die junge Frau, die ihre „Schützlinge“ vor Ort begleitete. Denn vor dem Stadtfest war ein erster Tag des gegenseitigen Kennenlernens anberaumt. Insgesamt 17 Heinsberger Geschäfte ermöglichen 19 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus der Lebenshilfe-Werkstatt einen Hospitanten-Tag. Eine davon ist Ellen Wolf, die sich schon in kürzester Zeit im Cafe „bagett“ wohlfühlte. Vom Chef Michael Fritsch „gebrieft“, bediente sie schon nach wenigen Minuten die Gäste mit leckeren Baguettes und heißen Getränken. Fritsch, begeistert: „ Es ist so, als wenn sie schon lange Bestandteil unseres Teams ist.“ Derweil saßen Arndt Jaeger und Patrick Schachtebeck mit ihrer Betreuerin Karin Kampel bei Bäcker Dick in der Hochstraße.

Jürgen Dick, zweiter Vorsitzender des G&V, war die Idee, die an ihn herangetragen wurde, nicht neu. „Schon vor fünf Jahren haben wir ein ähnliches Projekt durchgeführt, damals mit der Wohnstätte der Lebenshilfe in der Geilenkirchener Straße.“ So standen jetzt bei ihm quasi schon die Türen offen: Die beiden jungen Herren werden zum Stadtfest einen Tag im BackCafe in der City hospitieren. „Ob sie schon aufgeregt seien?“, wollten wir wissen. „Nein, aber wir freuen uns!“, sagt Arndt Jaeger spontan. Auch für Patrick Schachtebeck, der sich ansonsten im Betrieb 3 der Lebenshilfewerkstatt mit Montage- und Verpackungsarbeiten beschäftigt, ist es eine willkommene Gelegenheit, seinen „Traumberuf“ hautnah kennenzulernen. „Ich wollte immer schon beim Bäcker arbeiten, habe mich aber nie getraut das zu sagen. Ich bin gespannt, wie das geht, mit dem Brot- und Torten backen.“ Bäckermeister Jürgen Dick freut sich: „Unsere Besucher werden beim Stadtfest erfahren, dass man Inklusion von beiden Seiten leben kann. Ich zum Beispiel, bin von der Lebenshilfe-Band „Workshop“ inkludiert worden, man hat mich als Musiker in der Band aufgenommen, was mich sehr freut.“ Ein weiteres Beispiel zeigt zum Stadtfest die Buchhandlung Gollenstede. Hier hospitiert Christian Thesling. Er lernt am Stadtfest-Sonntag den Alltag einer Buchhandlung kennen. „Ich will das mal aus Neugier ausprobieren,“ sagt der junge Mann, „ich möchte einfach wissen, ob ich das schaffe.“

Dabei hat er ein wenig Angst vor den vielen Menschen, da dies eine neue Erfahrung für ihn sein wird. Aber sein Mut ist größer und so stellt er sich seiner selbst gewählten Aufgabe. Seit vielen Jahren beschäftigt sich Christian mit Zeichnen und Malen, und widmet sich gerne Porträts und Mangas. Eine stille, konzentrierte Beschäftigung. Jetzt aber möchte er sich einer neuen Erfahrung stellen. „Nach dem Stadtfest möchte ich das Gefühl haben, ich habe es geschafft. Vor allem, mich einmal mit vielen Menschen zu konfrontieren“, sagt der junge Mann, dessen fester Händedruck zum Abschied verrät: „Er meint es ernst.“ Günter Kleinen



Wenn am 9. September auf dem Heinsberger Marktplatz Guildo Horn und die Orthopädischen Strümpfe auftreten, werden die Heinsberger Rock-Band More sowie die Lebenshilfe-Band Workshop das Vorprogramm bestreiten. More-Bassist Jonas Jansen freut sich schon auf den großen Auftritt. Denn mit der Rurtal-Schule und der Lebenshilfe Heinsberg ist der Heinsberger Lehrer und ehemaliger Profimusiker, der für den Westdeutschen Rundfunk unter anderem mit Wendelin Haverkamp, Hanns Dieter Hüsch und Freddy Matulla auf der Bühne stand, seit langem verbunden. „Meine Frau ist Förderschul-Lehrerin an der Rurtal-Schule, so kam der Kontakt zustande.“ Die Rur-Rock-Band hat Jonas Jansen dann mehrmals am Mischpult begleitet und in seinem Tonstudio aufgenommen. Seine Erfahrungen in der Begleitung von Schülerbands fließen heute ein in seine Arbeit als Dozent in der Lehrer-Fortbildung in NRW.
Zu vielen Musikern mit Behinderung der Schulband Rur-Rock hat Jonas Jansen den Kontakt aufrecht erhalten, nicht zuletzt durch seine Auftritte beim inklusiven Musiker-Treff „inclusio meets music“ im Lebenshilfe-Bistro inclusio in Erkelenz oder auch mit der Lebenshilfe-Band Workshop, die er bei der Weihnachtssession im Backlokal von Jürgen Dick kennenlernte. „Das sind schöne Abende im kleinen Rahmen, an denen wir in immer anderer Besetzung zusammen musizieren.“ Für Liveauftritte seines Bandprojektes Landgroover sucht Jonas Jansen immer wieder kleine und gemütliche Orte. Mehrmals spielte die Bluesrock-Band bereits am Museumscafé Samocca (Bild oben, mit Jonas Jansen links am Mikrofon). Am 11. September wird Landgroover - neben der Lebenshilfe Band Workshop und Music on the Rox - vor dem BEGAS Haus spielen. Rund um das Museumscafé Samocca planen die Lebenshilfe-Kitas und der Familien unterstützende Dienst ein buntes Familienprogramm mit zahlreichen Spielen und Aktionen. „Wir freuen uns schon jetzt auf unsere Auftritte, das wird ein buntes musikalisches und inklusives Wochenende!“
Die Lebenshilfe Heinsberg feiert in diesem Jahr das 50jährige Vereinsjubiläum, die Rurtal-Schule wird 40 Jahre alt. Zu diesen Anlässen veranstaltet der Gewerbe und Verkehrsverein Heinsberg ein inklusives Stadtfest in Zusammenarbeit mit der Lebenshilfe Heinsberg und der Rurtal-Schule. Das Programm zum Stadtfest steht online: www.lebenshilfe-heinsberg.de. Karten zu den Jubiläumsparties gibt es in der Buchhandlung Gollenstede, im Museumscafé Samocca, Café der Begegnung, in der Rurtal-Schule und am Service-Punkt im Lebenshilfe Center in Oberbruch.


 

Emma6 - Freuen sich schon auf ein Wiedersehen mit ihren alten Kollegen von der Rurtalschule

Es ist genau zehn Jahre her, als Peter Trevisan seinen Zivildienst an der Rurtal-Schule beendete. Der Heinsberger hatte sich nach seinem Abitur ganz bewusst für ein soziales Jahr entschieden und erhielt mit weiteren 14 Zivildienstleistenden eine Stelle in der Oberbrucher Förderschule mit dem Schwerpunkt Geistige Entwicklung. „Die Zeit in der Rurtal-Schule hat mich stark beeindruckt“, erinnert sich Peter Trevisan, „das soziale Gemeinschaftsgefühl und die offene Art der Menschen in der Rurtal-Schule hat mein Leben bereichert.“ Neben seiner Mitarbeit im Unterricht unterstützte der Musiker die Rur-Rocker, das Musikprojekt der Schule. „Ich war der Band-Zivi und half aus, wenn Unterstützung nötig war.“ In der Rhythmus-Gruppe gab er den Takt an oder sprang auch schon mal als Gitarrist ein. Vor allem erinnert sich Peter Trevisan an den Auftritt der Rur-Rocker bei der UNICEF-Gala in Berlin. „Wir alle waren ziemlich aufgeregt, trafen auf Prominente, Funk und Fernsehen berichteten über unseren Auftritt.“ In dieser prägenden Zeit zwischen Abitur und Studium gründete Peter Trevisan mit seinem Bruder Henrik und Dominik Republik die Band Emma6, die mit ihrem deutschsprachigen Indie-Rock schnell auch über Heinsberg hinaus bekannt wurden. So standen die drei Musiker im Vorprogramm von „Wir sind Helden“ auf der Bühne und tourten fünf Jahre nach Bandgründung erstmals durch ganz Deutschland. Zahlreiche Auftritte im Radio und Fernsehen wie bei „Inas Nacht“ machten Emma6 deutschlandweit bekannt. Zurzeit arbeiten die Heinsberger Musiker an ihrem dritten Album, das im Winter erscheinen soll. Der Kontakt zur Heimat ist bis heute geblieben, auch wenn die drei heute in Karlsruhe und Köln wohnen. Auf seinen Auftritt im September zur Jubiläumsparty der Rurtal-Schule beim „inklusiven Heinsberger Stadtfest 2016“ und aufs Wiedersehen mit seinen alten Kollegen der Rurtal-Schule freut sich Peter Trevisan. Dann wird Emma6 mit den Rur-Rockern, Beets’n’Berries und All Ages auf der Bühne am Marktplatz stehen. „Wir werden ein Unplugged-Set spielen, vielleicht auch schon das ein oder andere Stück unserer neuen Platte.“

 

Die Lebenshilfe Heinsberg feiert zum 50. Jubiläum gemeinsam mit der Rurtal-Schule (40 Jahre) ein inklusives Fest im Rahmen des Heinsberger Stadtfestes vom 09.bis 11.09.2016.

Hier gehts zum PROGRAMM

Karten zu den Jubiläumsparties sind in der Buchhandlung Gollenstede (Hochstr 127), im Museumscafé Samocca (Hochstr.19), in der Rurtal-Schule (Parkstr. 23), im Café der Begegnung (Borsigstr. 86a) und in der Lebenshilfe Heinsberg (Richard-Wagner-Str.5) zum Preis von 10€ erhältlich (Menschen mit Behinderung, Angestellte, Ehrenamtler, Mitglieder des Lebenshilfe Heinsberg e.V. und Schüler und Angestellte der Rurtal-Schule zahlen 5 Euro).

 

50 Jahre Lebenshilfe Heinsberg - 40 Jahre Rurtal-Schule: Das wollen wir mit Ihnen feiern - mitten in Heinsberg! Gemeinsam mit dem Heinsberger Gewerbe- und Verkehrsverein gestalten wir das kommende Stadtfest zu einem inklusiven, dreitägigen Fest der Begegnung für die ganze Familie:

»Das Programm zum Stadtfest finden Sie hier.«

Programmänderung: Straight Ahead springen am Samstagabend kurzfristig für All Ages ein

 

Jetzt Karten kaufen:

Freitag, 09.09.2016

ab 19 Uhr auf dem Marktplatz:

Samstag, 10.09.2016

ab 19 Uhr auf dem Marktplatz:

Karte: 10 Euro

Ermäßigt 5 Euro für Menschen mit Behinderung, Mitarbeiter, Angestellte, Mitglieder, Ehrenamtliche der Lebenshilfe Heinsberg, Schüler und Angestellte der Rurtal-Schule

Vorverkaufsstellen:

Lebenshilfe Center/Service Punkt, Richard-Wagner-Str. 5, HS-Oberbruch. Tel. 02452 969-0

Rurtal-Schule, Parkstr. 23,HS-Oberbruch. Tel. 0 24 52 96 700

Buchhandlung Gollenstede, Hochstr. 127, Heinsberg. Tel. 0 24 52 234 93

Museumscafé Samocca, Hochstr. 19, HeinsbergTel. 0 24 51 10 67 077  

 

Vom Marktplatz bis zum Museumscafé Samocca  

Guildo Horn & die Orthopädischen Strümpfe

 

Gemeinsam feiern in Vielfalt

Wir freuen uns auf vielfältige Begegnungen und Livemusik mit Guildo Horn, Emma6, All Ages, Beets'n'Berries, Workshop, Rur-Rock und viele mehr vom Festzelt auf dem Marktplatz bis zum Museumscafé Samocca am BEGAS Haus.

 

Gemeinsam arbeiten in Vielfalt

Mitarbeiter aus der Lebenshilfe-Werkstatt für Menschen mit Behinderung arbeiten am verkaufsoffenen Sonntag in den Geschäften der Innenstadt mit. Gemeinsam leben - gemeinsam arbieten in Vielfalt - wir freuen uns auf Ihren Besuch!