Sie sind jeden Tag im Einsatz, besuchen mit ihrem Bezugskind den Kindergarten oder die Schule, wenn aufgrund der Behinderung des Kindes der Kita- oder Schulbesuch nur mit Unterstützung möglich ist: Im aktuellen Schuljahr begleiten bereits über 30 Integrationshelfer und Schulassistenten der Lebenshilfe Heinsberg insgesamt 37 Kinder mit Behinderung im Kreis und ermöglichen die Teilhabe von Kindern mit Behinderung in Kitas und Schulen im Kreis Heinsberg.

Diskutierten mit den neuen Schulassistenten über deren inklusive Arbeit an den Schulen im Kreis Heinsberg: Lebenshilfe-Vorsitzender Klaus Meier (li.), engagierte Mutter Andrea Schwarz (2.v.li.) und Lebenshilfe-Vorstandsmitglied Heinz-Willi Jansen (6.v.li.)


„Der neue Fachdienst der Lebenshilfe, der erst im vergangenen Jahr gestartet und im neuen Lebenshilfe-Center in Oberbruch untergebracht ist, wächst stetig. Die Nachfrage der Eltern nach professioneller Schulbegleitung ist enorm“, erläuterte Lebenshilfe-Vorsitzender Klaus Meier gemeinsam mit Vorstandsmitglied Hans-Willi Jansen bei der Begrüßung der neuen Schulassistenten im Café Samocca in Heinsberg. „Auf Ihnen lastet eine große Verantwortung“, betonte Klaus Meier den Einsatz der Schulassistenten, „denn Sie sind verantwortlich für die schulische Förderung und soziale Teilhabe des Ihnen anvertrauten Kindes!“ Dabei stehe der Schulassistent im Kontakt und in der Auseinandersetzung mit den Eltern auf der einen und den Lehren und Schulvertretern auf der anderen Seite. „Und da stehen auch schon einmal unterschiedliche Interessen, aber auch Vorbehalte und Vorurteile im Raum, manchmal auch Sorgen und Skepsis etwa von Lehrern oder Eltern von Kindern ohne Behinderung“, so Hans-Willi Jansen. Andrea Schwarz, deren Tochter mit Behinderung vor rund 15 Jahren im Rahmen des gemeinsamen Unterrichts eine Regelschule besuchte, berichtete über ihre damaligen Erfahrungen. „Eine Schulassistenz hätte ich mir neben dem gemeinsam Unterricht für meine Tochter gewünscht, jedoch war diese Unterstützung damals nicht möglich“, so Andrea Schwarz. Sie freue sich, dass Kinder mit Behinderung im Kontext des Inklusionsprozesses heute in Regelkitas und -schulen selbstverständlicher gefördert werden, unterstrich aber, dass Inklusion nicht als Integration falsch verstanden werden darf. „Alle müssen sich für die Teilhabe des Kindes stark machen und öffnen. Der Lehrer muss sich mit dem Thema Behinderung beschäftigen, die Eltern der Kinder ohne Behinderung müssen mitgenommen und informiert werden, um Vorbehalte auszuräumen. Und auch die Eltern der Kinder mit Behinderung müssen neben dem Wohlergehen ihres eigenen Kindes die Herausforderungen für Schule, Lehrer, Eltern und der Schülerschaft nachvollziehen.“ Als Mutter und Expertin in eigener Sache diskutierte Andrea Schwarz mit den Schulassistenten über deren Erfahrungen und Herausforderungen in der täglichen Praxis. „Inklusion von Kindern mit Behinderung ist kein Zustand, den wir eines Tages erreicht haben werden. Inklusion ist ein Prozess, der jeden Tag und von allen Beteiligten gewollt und gelebt werden muss“, resümierte Vorstandsmitglied Heinz-Willi Jansen: „Für Aufklärung, Verständnis, Rücksichtnahme und Teilhabeförderung müssen wir uns gemeinsam engagieren, heute und in Zukunft!“

 

  • Schulassistenten begleiten Kinder, die aufgrund ihrer Behinderung eine besondere Unterstützung beim Schulbesuch benötigen. Unter Einsatz individueller Hilfsmittel unterstützen sie bei der Aneignung der Lerninhalte. Neben Hilfe in der Vermittlung des Lernstoffes übernehmen Schulassistenten auch die soziale Begleitung, fördern Kontakte zwischen Kindern mit und ohne Behinderung oder übernehmen die Umsetzung therapeutischer oder pflegerischer Maßnahmen während des Schulbesuches.
  • Durch die Vernetzung des Fachdienstes Schulassistenz im neuen Lebenshilfe Center in Oberbruch mit dem Familien unterstützenden Dienst (FuD), der Interdisziplinären Frühförder- und Beratungsstelle (IFF) sowie dem Kompetenzzentrum Austismus-Spektrum-Störungen (KompASS) sowie dem ambulanten Pflegedienst bietet die Lebenshilfe Heinsberg den Kindern und ihren Familien aber auch den Schulassistenten und Integrationshelfern eine intensive und umfangeiche professionelle Begleitung sowie spezifische Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten.
  • Die Kosten für den Schulassistenten trägt im Rahmen der Eingliederungshilfe i. d. R. das Sozialamt (§§ 53 ff. SGB XII) oder das Jugendamt (§35 SGB VIII). Der Antrag auf Kostenübernahme für eine Integrationskraft für Ihr Kind muss von Ihnen beim zuständigen Kostenträger gestellt werden.
  • Die Lebenshilfe Heinsberg sucht weitere Schulassistenten. Interessenten können sich vorab melden bei Fachdienst-Leiterin Andrea Schwartz, 02452-969710 oder per E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!