13 Jubilare und sieben Angestellte, die in den wohlverdienten Ruhestand gehen, wurden im Cafè Samocca geehrt. Der Lebenshilfe-Vorsitzende Klaus Meier, der Leiter Arbeit und Technik Dirk Voß sowie Geschäftsführer Edgar Johnen hatten zu einem gemütlichen Beisammensein mit einem festlichen Menu eingeladen.

Seit vier Wochen besuchen Inga Greschek und Sandra Fiegen im Wechsel mit weiteren Bewohnern des Erkelenzer Wohnverbundes der Lebenshilfe Heinsberg einen Reitstall in Heinsberg-Kempen. Für Sandra Fiegen ist es eine Wiederentdeckung ihrer Lieblingsbeschäftigung in der Jugendzeit: "Jeden zweiten Samstagnachmittag verbringen wir jetzt bei den Pferden. Wir putzen, füttern und pflegen die Tiere, misten gemeinsam den Stall aus und gehen dann auf die Koppel und dem Reitplatz." Hier zeigen Birgit Lennartz- Baltes, Wohn-Assistentin der Lebenshilfe und Heinz-Josef Dams, wie man sich im Westernsattel richtig hält und zunächst in Schritt und Trab den Vierbeinern die Richtung weist. „Wir zeigen, wie man an der Longe oder auch auf dem Rücken der Pferde die eigene Körperhaltung richtig einsetzt und so klare Signale gibt“, erklärt Birgit Lennartz-Baltes. Ermöglichst werden die Reitstunden mit Unterstützung einer Spende der Firma Pfennings, die im Rahmen der Neueröffnung ihrer PM-Tankstelle in Erkelenz 500 Euro für den Wohnverbund der Lebenshilfe gesammelt hat. Eingesetzt wird die Spende für Reitausstattung und Transportkosten zum Reitstall. Dass die Spende gut eingesetzt wird, davon überzeugte sich Dr. Wilfried Plum, Prokurist der Firma Pflennings. Sandra Fiegen freut sich, dass sie regelmäßig mit den beiden Schul-Pferden "Joy" und "Maybe" zusammen sein kann. Noch muss sie mit Hilfe aufsteigen und sich sehr auf die ersten Übungen konzentrieren. Mit viel Geduld, präzisen und einfachen Erklärungen vermittelt Birgit Lennartz- Baltes die ersten Grundhaltungen des „Horsemanship“, dem pferdefreundlichen, respekt- und vertrauensvollen Umgang mit dem Pferd. "Unsere Tiere sind sehr einfühlsam und lassen sich gerade bei Menschen mit Behinderung sehr auf den Reiter ein." Das merkt man, wenn man beobachtet, wie Inga Greschek mit "Maybe" langsam und gleichmäßig die Runden an der Longe zieht. Auch sie ist bereits während der Schulzeit geritten. Helm und Reithose sind teuer, auch der Transport von Erkelenz nach Kempen muss finanziert werden, da ist die Spende eine große Hilfe. "Wir sind uns sicher, dass die ganzheitliche Reitstunde mit Vor- und Nachbereitung nicht nur ein intensives Erlebnis ist sondern sowohl das körperliche als auch soziale Training im verantwortungsvollen Umgang mit den Pferden eine große Bereicherung für die Bewohnerinnen und Bewohner der Wohnstätte ist!", bedankte sich Gabi Kals-Deußen, Leiterin des Erkelenzer Wohnverbundes der Lebenshilfe Heinsberg, bei Dr. Wilfried Plum und der Firma Pfennings für die Unterstützung des Projektes.

Am Sonntag, 3. Dezember, ist der internationale Tag der Menschen mit Behinderung. An diesem Tag wird im Erkelenzer Bistro Inclusio der Lebenshilfe Heinsberg die Mutter aller Liebesgeschichten aufgeführt: Romeo und Julia. Präsentiert wird die Geschichte als Hör-Theater in leichter Sprache. Die Lesung „Ganz einfacht: Romeo & Julia“ orientiert sich an der Textversion von Marianne Höhle, die im Verlag „Spaß am Lesen“ erschienen ist. Der Originaltext ist auf Niederländisch erschienen und wurde von Bettina Stoll ins Deutsche übersetzt. Leichte Sprache orientiert sich an einem Sprachniveau, dem auch Grundschüler, Immigranten oder Menschen mit Behinderung folgen können. Die Lebenshilfe Heinsberg ist seit einigen Jahren im Bereich der Leichten Sprache aktiv und bietet Kurse im Rahmen von „Lesen einmal anders“ (LEA)an. Leichte Sprache orientiert sich an bestimmten sprachlichen Regeln und bemüht sich, Sachzusammenhänge in inhaltlich ungekürzter Form leicht verständlich wiederzugeben. In Zusammenarbeit mit der Lebenshilfe Heinsberg führt der Schriftsteller Helmut Wichlatz seit einigen Jahren Lesezirkel für Menschen mit und ohne Behinderung durch, in denen gemeinsam Geschichten gelesen werden. Diese finden wöchentlich und im Wechsel im Bistro inclusio in Erkelenz und im Museumscafé Samocca in Heinsberg statt. Regelmäßig treffen sich die Teilnehmer und lesen einen Roman. Auf dem Programm standen schon „Tschick“, „Ziemlich beste Freunde“, „Die fetten Jahre sind vorbei“, „Be my Baby“, Geschichten von Sherlock Holmes, Krimis und der Klassiker „Drei Männer im Schnee“. Hier entstand die Idee des inklusiven Hör-Theaters. „Die Idee eines Hör-Theaters an sich ist nicht neu“, so Helmut Wichlatz, „bekannt sind die inszenierten Lesungen etwa der Hörbuch-Krimis der ´Drei Fragezeichen´. Dabei wird eben nicht nur vorgelesen, sondern die Rolle auch ein Stück weit gelebt und akustisch inszeniert. Daneben wenden wir die Prinzipien der Inklusion und gesellschaftlichen Teilhabe auf kulturellem Gebiet an. So wendet sich unsere Lesung gleichermaßen an Menschen mit und ohne Behinderung.“ Unterstützt wird Helmut Wichlatz vom Erkelenzer Krimiautor Kurt Lehmkuhl, von der Jugendbuchautorin Andrea Rings aus Mönchengladbach, dem Hörbuchsprecher und Journalist René Wagner sowie den beiden Lebenshilfe-Mitarbeiterinnen Carolin Gerhard und Ulrike Horn. Die Lesung am Sonntag, 3. Dezember, beginnt um 15 Uhr im Bistro Inclusio (Südpromenade 3). Im Eintrittspreis von acht Euro sind Kaffee und Kuchen enthalten. Der Vorverkauf hat begonnen: Karten gibt es in den Erkelenzer Buchhandlungen Wild und Viehausen. Anmelden kann man sich auch im Inclusio unter der Telefonnummer 02431 – 80 55 955.