Freude in der Kindertagesstätte Triangel der Lebenshilfe in Geilenkirchen: Die Einrichtung erhielt - in Kooperation mit dem Sportverein FC Rhenania Immendorf - das Zertifikat „Anerkannter Bewegungskindergarten mit dem Pluspunkt Ernährung“. Diese Auszeichnung verleiht die Landesregierung und die gesetzlichen Krankenkassen in NRW in Kooperation mit dem Landessportbund NRW an Kitas, die sich für eine gesunde Ernährung und Bewegung einsetzen. „Fertiggerichte oder Tiefkühlkost – nein Danke!“, sagt Kita-Leiterin Birgit Roye. In der Kita Triangel in Geilenkirchen erhalten die Kinder täglich frisch gekochtes Essen mit viel Rohkost, Salat und Obst. „Wir wollen die Kinder schon früh für das Thema Ernährung sensibilisieren, denn ausgewogene und gesunde Ernährung ist schließlich fürs ganze Leben wichtig. Deshalb freuen wir uns über dieses Zertifikat, weil es zeigt, dass der Weg, den wir gehen, richtig ist“, sieht sie sich in ihrem Konzept bestätigt. „Wir können zum Beispiel durch feste Bewegungs-und Ernährungsregeln helfen, dem Übergewicht im Kindesalter frühzeitig vorzubeugen und mehr Bewegung und gesunde Ernährung spielerisch in der Lebenswelt von Kindern etablieren.“ Unter dem Jubel der Kita-Kinder überreichte Berit Baumeister vom Kreissportbund das Zertifikat, das nun am Kita-Eingang einen Platz neben der Auszeichnung als Bewegungskindergarten erhält.

Die Turnhalle wurde zum Tonstudio in der Kita Triangel Geilenkirchen. Hier haben die Kinder mit ihrem Erzieher und Musiker Mike Schmidt (li.) einen Song komponiert, den Ex-Höhner Gitarrist Ralf Rudnik (2.v.re.) anlässlich des 50. Jubiläums der Lebenshilfe Heinsberg professionell arrangiert. Für die letzten Aufnahmen reiste der Musiker mit seinem Techniker und mobilem Tonstudio zur Kita nach Geilenkirchen. Seit Jahren unterstützt Ralf Rudnik Musiker aus der Lebenshilfe, die Band Workshop mit Musikern mit und ohne Behinderung war mehrfach in seinem Studio in Wegberg. „Ich unterstütze gerne die musikalischen Ideen, die da immer wieder in der Lebenshilfe entstehen. Die Arbeit mit den Menschen hier macht einfach Riesenspaß!“ Der neue „Lebenshilfe-Song“ wird zum Familienfest der Kita Geilenkirchen am 18.Juni und im Rahmen des Heinsberger Stadtfestes am 10./11. September live präsentiert und wird im Internet veröffentlicht. Spontan hat Ralf Rudnik die Lebenshilfe-Band Workshop eingeladen, sein Konzert mit Chris Thompson am 28.Mai in der Aula Hückelhoven zu eröffnen. Karten gibt es bei allen bekannten Vorverkaufsstellen.

 

Tiergestützte Ergotherapie in der Kita Triangel Heinsberg: Dunkle Knopfaugen, noch einen tapsigen Gang und ganz schön neugierig: Das ist Bodhi, ein kleiner Golden Retriever Rüde, der seit den Sommerferien 2015 regelmäßig mit in die Lebenshilfe-Kindertagesstätte Triangel Heinsberg kommt. Wenn Bodhi da ist, wird die Ergotherapie-Stunde für Lennart Eßer einem Highlight. Für den Golden Retriever legt sich Lennart gerne ins Zeug. In seinem Stehständer macht sich Lennart besonders groß um zu sehen, ob Bodhi  auch alle Leckerlis findet, die auf dem Boden liegen.
Gemeinsam mit Frauchen und Ergotherapeutin Claudia Peter-Plum begibt sich Bodhi auf den Weg zur Ausbildung zum Therapiebegleithund, um zukünftig die ergotherapeutische Behandlung bereichern und unterstützen zu können. In den letzten Jahren gibt es immer mehr Forschungsstudien, die sich mit dem Thema der tiergestützten Intervention befassen. Hierbei werden vor allem die positiven Effekte beschrieben, die ein Kontakt zwischen Mensch und Hund bewirken kann.

Claudia Peter-Plum hat in den letzten Jahren mit ihrem ausgebildeten Therapiebegleithund Dino die enorme Bereicherung der tiergestützten Intervention auf vielfältige Weise erfahren. „ Dino, der leider im vergangenen Jahr verstorben ist, hat meine Tätigkeit als Ergotherapeutin im pädiatrischen Bereich in jeglicher Hinsicht bereichert. Er war Türöffner, stiller Begleiter, Brückenbauer und Motivator. Vor allem verschlossene und unsichere Kinder sind durch die tiergestützte Therapie  über sich hinaus gewachsen.“

Für den jungen Bodhi und sein Frauchen steht jetzt eine neue und spannende Zeit bevor. Seit der 12. Lebenswoche kommt der junge Golden Retriever bereits mit in die Kita, um sich von klein auf an verschiedene Kinder mit und ohne Behinderung, ihre Geräusche und Bewegungsbilder zu gewöhnen. Bodhi macht seine Sache schon richtig gut. Wenn am Tisch konzentriert gearbeitet wird, liegt Bodhi auf seiner Decke und macht ein kleines  Schläfchen.

„Mir ist es ein großes Anliegen tiergestützt arbeiten zu können“,  so Claudia Peter-Plum. Sie sieht in der Kombination Mensch-Hund-Team einen enormen Mehrwert für die ergotherapeutische Arbeit im Kinderzentrum Triangel. Nicht nur im Hinblick auf die therapeutische Förderung der Kinder, sondern auch im Hinblick auf die Team- und Elternarbeit. „Für mich ist es ein besonderes Privileg, durch die tiergestützte Intervention den Klienten ganz besondere Momente verschaffen zu dürfen!“ sagt Claudia Peter Plum.

Das Arbeiten als Therapiebegleithund-Team bringt eine hohe Verantwortung mit sich. Tierschutzgerechtes Arbeiten steht an oberster Stelle. So ist es auch von selbstsprechend, dass Bodhi nicht einfach so mitgebracht wird, sondern dahinter ein fundiertes Ausbildungskonzept steht. So liegt es auch in der eigenen Verantwortung sich, als Mensch-Hunde-Team, stetig weiterzuentwickeln.


Die Lebenshilfe Heinsberg betreibt Kindertagesstätten in Heinsberg und Geilenkirchen als inklusive Einrichtungen.  Alle Kinder - mit und ohne Behinderung – werden gemeinsam begleitet und individuell gefördert. In Ratheim plant die Lebenshilfe eine weitere Kindertagesstätte. Interessierte Eltern sind zu einem Infoabend am 25.Januar um 19.30 Uhr in der Michael Ende Grundschule, Wallstr. 60 in Ratheim eingeladen. Hier werden Bildungs- und Baukonzept vorgestellt und Anmeldungen entgegen genommen.

Interessierte Eltern sind eingeladen zu einem Informationsabend am 25.Januar um 19.30 Uhr in der Michael Ende Grundschule, Wallstr. 60 in Ratheim. Hier werden Förder- und Bildungskonzept sowie das Bauprojekt vorgestellt, der weitere Planungsverlauf erörtert und die ersten Anmeldungen entgegen genommen.

Die Lebenshilfe Heinsberg plant eine neue Kindertagesstätte für Kinder mit und ohne Behinderung in Ratheim. „Die Stadt Hückelhoven ist auf uns zu gekommen“ erklärt Edgar Johnen, Geschäftsführer der Lebenshilfe Heinsberg. „Da wir die gemeinsame Förderung von Kindern mit und ohne Behinderung seit Jahrzehnten erfolgreich an unseren Standorten in Oberbruch und Geilenkirchen anbieten, sind wir der Anfrage gerne nachgekommen und wollen unser Konzept der Förderung von Kindern mit und ohne Behinderung ausbauen.“ Der Neubau mit 40 Plätzen für Kinder ab drei Jahren ist geplant an der Mühlenstraße in Ratheim. Das vom Erkelenzer Architekturbüro Josef Viethen entworfene kinderfreundliche, helle und barrierefreie Gebäude soll neben der Kinderbetreuung und -förderung auch Raum bieten für eine weitere Zweigstelle der Interdisziplinären Frühförder- und Beratungsstelle (IFF) mit umfangreichem heilpädagogischen und therapeutischen Förderspektrum für Säuglinge und Kleinkinder mit Entwicklungsverzögerung.
Schwerpunkt des Kita-Konzeptes ist die gemeinsame Förderung von Kindern mit und ohne Entwicklungsverzögerung: „Kinder mit und ohne Behinderung ebenso wie Kinder unterschiedlicher Kulturen lernen in der Gemeinschaft mit- und voneinander. Im gemeinsamen Spiel wird so das Fremde vertraut und als normal erlebt“ erklärt Agi Hirtz, Leiterin der Oberbrucher Lebenshilfe-Kita Triangel. „Nicht ohne Grund lautet das Motto der Lebenshilfe daher: Es ist normal, verschieden zu sein. Darüber hinaus legen wir als Elternverein Wert auf eine intensive und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Eltern. Schließlich sind beide Einrichtungen auch zertifizierte Familienzentren NRW.“
Gemeinsam mit ihrer Kollegin und Geilenkirchener Kita-Leiterin Birgit Roye wird Agi Hirtz die neue Kindertagesstätte konzipieren und später leiten. Spezialisiert haben sich die Lebenshilfe-Einrichtungen nicht nur auf die Förderung von Kindern mit Entwicklungsverzögerung, Verhaltensauffälligkeiten oder Autismus-Spektrum-Störungen. Die Kindertagesstätte Triangel Geilenkirchen engagiert sich seit Jahren für eine Intensivförderung von Kindern mit Hochbegabung: „Hochbegabung wird vielfach zu selten im frühen Kindesalter entdeckt, da sich eine solche Entwicklung oft hinter Verhaltensauffälligkeiten und vermeintlichen Entwicklungsstörungen versteckt“, erklärt Birgit Roye. „Deshalb haben wir spezifische Förderangebote entwickelt, die die Kinder in ihren Stärken besonders fordert.“ Aufgrund der kleineren Gruppengrößen sowie des fachlich spezialisierten Fachkräfte-Teams wissen aber vor allem Eltern von Kindern ohne Behinderung die umfangreichen Förder- und Bildungsangebote der Triangel-Kitas zu schätzen, betont Agi Hirtz.



Lebenshilfe sieht sozialpolitische Entwicklung der Inklusion mit Sorgen


Neben der konkreten Anfrage durch die Stadt Hückelhoven verzeichnet die Lebenshilfe Heinsberg in den vergangen Wochen in beiden Lebenshilfe-Kindertagesstätten eine verstärkte Nachfrage zusätzlicher Betreuungsplätze für Kinder mit Behinderung. „Wir spüren hier die Kehrseite des landespolitischen Inklusionsprozesses“ erklärt Edgar Johnen. Der Landschaftsverband Rheinland hat seit dem aktuellen Kindergartenjahr festgelegt, dass alle Regeleinrichtungen auch Kinder mit Behinderung aufnehmen können. Dafür erhalten die Einrichtungen eine Pauschale in Höhe von 5000 Euro pro Kind und Jahr. Damit entfällt nach einem Übergangsjahr ab dem nächsten Kindergartenjahr 2016/2017die bisherige Finanzierung der therapeutischen Förderung je nach Anspruch und Bedarf des Kindes mit Behinderung in integrativen Kindertagesstätten. „Die Kindpauschale soll jetzt sowohl für bauliche Veränderungen als auch für spezifische Therapie und pädagogische Förderung eingesetzt werden“, so Birgit Roye. Mit diesen nur schwer kalkulierbaren Rahmenbedingen scheinen Regeleinrichtungen im Einzelfall überfordert: „Anders ist die Nachmelde-Welle nicht zu erklären, die drei Monate nach Beginn des neuen Kitajahres auf unsere Einrichtungen zurollt.“ Inklusion sei falsch verstanden, wenn die Finanzierung von barrierefreien Hilfsmitteln und Gebäudeumbauten in den Mittelpunkt gerückt werden und individuelle Förderung und Therapie mit pauschalisierten Mitteln kalkuliert werden sollen. „Lieber wollen wir Treppensteigen üben statt Rampen anzuschaffen!“ fordert Birgit Roye und deutet damit an, dass der Inklusionsprozess möglicherweise zu massiven und nachhaltigen Exklusionstendenzen für Kinder und Jugendliche mit schwerer Behinderung führen könne. „Im Austausch mit anderen Integrativen und Heilpädagogischen Kindertagesstätten auf Landesebene erleben wir zurzeit den gleichen Effekt: Eltern von Kindern mit einer schweren körperlichen oder geistigen Behinderung, die sich mit Einführung des neuen KiBiz bewusst für eine inklusive Förderung in einer Regeleinrichtungen entschieden haben, wenden sich jetzt verstärkt zu uns, da die Regeleinrichtung weder heilpädagogisch noch therapeutisch in der Lage sind, den individuellen Anforderungen dieser Kinder gerecht zu werden.“

Die Nikolausfeier der interdisziplinären Frühförderstelle (IFF) in Oberbruch stand in diesem Jahr ganz im Zeichen des Lichts.