Mitten im Wald gleich hinter der integrativen Kindertagesstätte leben die beiden Zwerge Remmi und Demmi, die endlich mal wieder ihr Zuhause aufgeräumt haben.

„Die beiden Zwerge haben ihre Spielsachen, die sie nicht mehr brauchen, hier im Wald versteckt. Die wollen wir heute suchen!“ erklärt der kleine Ben aufgeregt, denn schon seit Tagen bereiten sich die Kinder mit und ohne Behinderung der Gruppe „Lila“ auf ihre Schatzsuche vor. Mit Landkarte und Kompass ausgestattet machen sich die kleinen Jäger auf den Weg. „Geo-Caching“ heißt die moderne Form der Schatzsuche mit Kompass und GPS-Empfänger. Weltweit haben sich über 6 Millionen Schatzsucher auf der offiziellen Seite www.geocaching.com registriert. „Die Schätze nennen wir Caches, sie können überall in der Natur versteckt liegen, ihre genauen Positionen in Längen- und Breitengrad sind im Internet hinterlegt“, erklärt Katrin Schulz. Regelmäßig macht sich die engagierte Schatzsucherin mit ihrer Familie auf die Suche nach neuen Caches. Der einfache Spaziergang am Sonntagnachmittag ist den Schulzes zu langweilig, die gemeinsame Suche nach immer neuen Verstecken in der Natur ist zu einem echten Familienhobby geworden. Weil die beiden Kinder Julia und Bastian in der Lebenshilfe-Kita betreut werden, entstand die Idee, allen Kindern ihrer Gruppe das Geo-Caching beizubringen. Durch das gemeinsame Hobby hat Katrin Schulze auch José Gomez, Mediator für Erlebnispädagogik aus Dremmen, kennen gelernt. Er hat mit ihr den Schatzsucher-Tag in der Kita vorbereitet. „Über die Zwergengeschichte bekommen die Kinder einen spielerischen Einblick in das Thema, sie müssen mehrere Verstecke aufspüren und die kleinen Hinweise am Wegesrand entdecken. Dabei hilft der Kompass, sich nicht zu verlaufen, später hilft der GPS-Empfänger, den stets genauen Standort zu ermitteln.“ Es dauert eine Weile bis die kleinen Schatzsucher alle Hinweise gefunden und mitten im Wald das Spiele-Versteck der beiden Zwerge entdeckt haben: Eine große Box mit vielen kleinen Überraschungen. „Die Kinder suchen gemeinsam den Schatz, dabei ist man aufeinander angewiesen, nur wenn man alle Hinweise zusammen trägt, ist die Suche erfolgreich, das ist eine tolle Spiele-Idee“ sagt Agi Hirtz, Leiterin der integrativen Kindertagesstätte und ergänzt: „Kinder mit und ohne Behinderung lernen nicht nur mit- sondern auch voneinander und erlernen im gemeinsamen Spiel wichtige Sozialkompetenzen fürs Leben!“ Mittlerweile hat sich die Kita als offizieller Geo-Cacher im Internet registriert und ist Pate eines eigenen Caches – also Schatzes, der in der Nähe der Einrichtung versteckt ist. Die Position ist im Internet veröffentlicht. Mehr als zehn Schatzsucher müssen ihn bereits gefunden haben, denn im Internet wird jeder Besuch registriert. Wer den Cache findet, kann sich nämlich ins Logbuch eintragen und entdeckt vielleicht sogar den Wandercache „James“ mit der offiziellen Bezeichnung „2JMXGZ“, den die Kinder ebenfalls angemeldet haben. Wer ihn findet, kann ihn mitnehmen und zu einem anderen Versteck tragen. So wird der Kita-Schatz vielleicht um die ganze Welt reisen. Auf der Homepage können die Kinder seine Reise gespannt verfolgen.

Geo-Caching ist eine moderne Schatzsuche mit GPS-Empfänger. - auf der offiziellen Seite www.geocaching.com sind zurzeit 2,5 Millionen Verstecke und mehr als 6 Millionen Schatzsucher weltweit registriert - Katrin Schulze empfiehlt jedem, der mehr über die Leidenschaft eines Geo-Cachers erfahren will, das neue Buch von Bernd Hoecker „Aufzeichnungen eines Schnitzeljägers“ - Informationen über die integrativen Förderangebote für Kinder mit und ohne Behinderung der Lebenshilfe Heinsberg im Internet: www.lebenshilfe-heinsberg.de