Daniel Krings ist 35 Jahre alt und ein Mensch mit Down-Syndrom. Er lebt in Wassenberg und arbeitet in einer manuellen Gruppe der Werkstatt für behinderte Menschen in Heinsberg. Anke Schmitz leitet dort einen Schwimmkurs, an dem Daniel Krings seit 2015 teilnimmt. Einmal in der Woche geht es ins Hallenbad nach Heinsberg oder in den Sommermonaten ins Freibad . „Zuerst hatte ich trotz der Schwimmflügel schon Angst ins Wasser zu gehen. Aber dann habe ich mich immer mehr getraut, und jetzt brauche ich die Schwimmflügel nicht mehr.“ Zu Beginn dieses Jahres war er dann schließlich bereit, das „Seepferdchen“ zu machen. Er musste vom Beckenrand ins Wasser springen, eine Bahn schwimmen und einen Ring aus schultertiefem Wasser heraufholen. Das hat er geschafft und „alle haben geklatscht und mich umarmt, auch der Bademeister!“ Stolz zeigt er sein Seepferdchen-Abzeichen: „Ich werde den Schwimmkurs auf jeden Fall weiter besuchen. Denn das Jugendschwimmerabzeichen-Abzeichen in Bronze will ich auch noch schaffen!“

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Türchen für Türchen wurde geöffnet auf der diesjährigen Weihnachtsfeier im Werkstattbetrieb 2 in Oberbruch. Gaby Bodden und Uschi Mevissen hatten das ganze Jahr über mit ihren Mitarbeitern an einem lebendigen Adventskalender gebastelt: So wurde an jedem der 24 Tage ein Thema von einer Person verkörpert: Ob Freude, Stärke, Geborgenheit oder Liebe, das Publikum – darunter Klaus Meier, Peter Katscher, Jakob Winkels vom Vorstand sowie Geschäftsführer Edgar Johnen - im voll besetzten Speisesaal von Betrieb 2 spendete jedem Akteur begeistert Beifall.

Einen umfangreichen Einblick in die Welt des Samocca-Kaffees erhielten die angehenden Fachverkäuferinnen im Lebensmittelhandwerk mit dem Schwerpunkt Bäckerei / Konditorei des Berufskollegs Ernährung, Sozialwesen und Technik Geilenkirchen. Exklusiv für das Berufskolleg Geilenkirchen hatte das Heinsberger Museumscafé Samocca seine Türen ausnahmsweise montags während des Röstens geöffnet. Gemeinsam mit ihren Lehrerinnen Christiane van Betteray und Doris Nowicki konnten die 25 jungen Frauen miterleben, wie Kaffee geröstet wird und auf welch individuelle Weise man Kaffee zubereiten kann. Klaudia Steiner, Leiterin des Museumscafés Samocca und Röstexperte Hermann-Josef Fensky vermittelten ihr umfangreiches Kaffeewissen rund um  den Anbau, die Ernte und die Weiterverarbeitung fair gehandelten Kaffees. Auch Jürgen Dick, stellvertretender Obermeister der Kreishandwerkerschaft Heinsberg, der die Exkursion begleitete, zeigte sich beeindruckt: „Auch ich habe einiges dazu gelernt.  Es ist interessant, dass das Kaffeerösten ähnlich wie das Brotbacken zum Beispiel von der jeweiligen Witterung und der Jahreszeit abhängig sein kann.“ Für Lehrerin Christiane van Betteray fasst der Besuch des Museumscafés zahlreiche  Unterrichtsinhalte anschaulich zusammen: „Unsere Exkursion ist eine ideale Ergänzung zum Schulunterricht. Mit dem Thema Kaffee und mit seinen vielfältigen Aspekten wie Umwelteinfluss, Welthandel, Handwerkstradition oder auch Produktqualität und schließlich Kundenfreundlichkeit können wir zahlreiche zentrale Inhalte unserer Ausbildung vermitteln.“
Jeden ersten Mittwochabend im Monat  veranstaltet das Café Samocca der Lebenshilfe Heinsberg für Interessierte  einen Vortrag über die Welt des Kaffees mit  Verkostung der  frisch gerösteten Kaffee-Spezialitäten. Anmeldungen nimmt das Museumscafé auch telefonisch entgegen: 02452-1062077

Lebenshilfe-Werkstätten stellen sich den industriellen Herausforderungen mit professionellen „Tüftlern“ im eigenen Hause und Kooperationen mit technischen Hochschulen:


Kann man einen Pressluft-Schrauber mit einem Finger oder nur mit dem Kopf bedienen? Ist es möglich, einen Bolzen in ein Rohr zu schlagen, obwohl die Kraft fehlt, einen Hammer zu halten? „Klar!“ sagt Peter Dijcks. „Wenn man sich intensiv mit der technischen Herausforderungen und den Fähigkeiten und Einschränkungen des Arbeiters beschäftigt, dann findet man immer eine Lösung“, erklärt der ausgebildete Sondermaschinentechniker.

Peter Dijcks ist einer von drei festangestellten Vorrichtungsbauern der Lebenshilfe-Werkstattbetriebe im Kreis Heinsberg. 1100 Menschen mit Behinderung aus dem Kreis Heinsberg erhalten hier einen Arbeitsplatz. Sie erledigen Zu- und Auftragsarbeiten für eine Vielzahl von Unternehmen und Firmen in unterschiedlichen Bereichen. Die technischen Herausforderungen sind in den vergangenen Jahren stetig gewachsen. „Es sind nicht nur einfache Handarbeiten und Arbeitsschritte, die wir für andere Firmen übernehmen. Heute fertigen wir auch komplexe Teilserien mit hohen Stückzahlen in vielen unterschiedlichen Bereichen der Montage, Elektromontage oder in der Konfektionierung und Verpackung“, erklärt Dirk Voß, Leiter Arbeit und Technik und betont: „Wir arbeiten für die freie Wirtschaft, bei uns muss die Qualität und die Zuverlässigkeit jeden Tag stimmen.“ Damit auch Menschen mit schwerer Behinderung und körperlichen Einschränkungen diese Arbeiten ausführen können, investiert die Lebenshilfe in eine individuelle, barrierefreie Arbeitsplatzgestaltung mit modernen Sicherheits- und Qualitätsanforderungen. Als Vorrichtungsbauer muss man kreativer Tüftler sein und sich auf dem Gebiet der Mechatronik, der Elektrotechnik aber auch im den Bereichen Ergonomie und Arbeitssicherheit sehr gut auskennen. Man muss sich aber auch in die körperlichen Bewegungseinschränkungen des Arbeitnehmers einfühlen können, um einen Arbeitsplatz so zu gestalten, dass ein Mensch mit Behinderung jeden Tag seiner Arbeit nachgehen kann. Mittlerweile kooperiert die Lebenshilfe Heinsberg intensiv mit Ausbildungsstätten wie dem Berufskolleg oder der Universität zusammen und entwickelt gemeinsam mit Studierenden individuelle Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung.


So auch, als ein Wegberger Händler für Katzenzubehör die Lebenshilfe anfragte, ob Kratzbaumstämme in einer hohen monatlichen Auflage gefertigt werden können. Gemeinsam mit den Studierenden der Maschinenbautechnik des Berufskollegs für Technik und Medien Mönchengladbach schauten sich die Vorrichtungsbauer die momentane Produktionsweise an. „Bisher spannte man die Rollen auf einer Drechselbank ein, überzog sie mit Leim und drehte das Sisal-Seil mit der Hand auf“, erläutert Peter Dijcks. „Mit dieser Vorgehensweise bei hohem manuellem Einsatz schafft man nur geringe Stückzahlen, außerdem ist die Bedienung nicht einfach und die Vorrichtung entspricht nicht unseren hohen Anforderungen an die Arbeitssicherheit. Also haben wir uns neue Wege überlegt.“ Entstanden ist in vier Monaten Entwicklungszeit eine speicherprogrammierbare Vorrichtung, die auch von Menschen mit körperlicher Einschränkung bedient werden kann. Die Entwicklung der neuen Maschine wird im Hinblick auf Unfallgefahren und technischer Sicherheit von hauseigenen Fachkräften für Arbeitssicherheit begleitet und soll nach intensiven Tests und Probeläufen schon im Frühjahr in Kleinserie gebaut werden, damit die angeforderte Stückzahl und Qualität der Kratzbäume produziert werden kann. „Auf manche unserer selbst entwickelten Vorrichtungen könnte man ein Patent anmelden“, sagt Dirk Voß. Doch der Aufwand lohne sich nicht. Die Hauptsache sei, dass man mit solchen innovativen Neuentwicklungen moderne, individuell angepasste Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung realisieren könne und sich zu einem zukunftsfähigen Partner für die Industrie in der Region entwickelt habe. „Die Werkstatt bietet auch Menschen mit schwerer Behinderung eine echte Teilhabe am Arbeitsleben, sagt Lebenshilfe-Geschäftsführer Edgar Johnen und betont: „Darauf wollen wir auch in Zukunft setzen und mit einem Ausbau der beruflichen Förderung in unterschiedlichen Bereichen des Handwerks, der Technik aber auch in neuen Berufsfeldern wie der Gastronomie Menschen mit Behinderung ausbilden.“ Durch die berufliche Förderung in den Werkstätten und die intensive Zusammenarbeit mit vielen Firmen in der Region wachse zudem die Vermittlungsquote betriebsintegrierter Arbeitsplätze. „In dieser Kombination kann gelebte Inklusion auch im Arbeitsleben in unserer Region realisiert werden.“

 

Knusper, knusper Häuschen...ein Riesenhäuschen hat heute Morgen unsere Konditorei verlassen. Frischer Lebkuchen (geheimes Hausrezept), ganz viel Zuckerguss und noch mehr Liebe zum Detail...da staunen unsere Kollegen im Café Lesbar in Oberbruch, Richard-Wagner-Straße...und dort ist das Knusperhaus ab sofort zu bestaunen. Wir rösten unseren Kaffee und backen den Kuchen selbst - den Unterschied schmeckt man! Wochentags ist das Café Lesbar geöffnet von 8.30-16.30 Uhr (freitags bis 15 Uhr).